Festakt und Eröffnungskonzert mit 2000 Gästen

„Hamburgs unübersehbares Zeichen“: Die Elbphilharmonie ist eröffnet

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Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Rede zur Eröffnung der Elbphilharmonie.

Hamburg - Der erste Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hat die Eröffnung der Elbphilharmonie als "historisches Datum" für Hamburg und die gesamte deutsche Kulturlandschaft gewürdigt.

Nach zehnjähriger Bauzeit und massiven Kontroversen um drastische Kostensteigerungen und Fehlplanungen ist die Hamburger Elbphilharmonie am Mittwochabend feierlich eröffnet worden. Bundespräsident Joachim Gauck würdigte das neue Konzerthaus vor mehr als 2000 geladenen Gäste als "Juwel der Kulturnation Deutschland".

"Sie haben sich hier in Hamburg etwas zugemutet, und Sie haben sich etwas geleistet", sagte Gauck. "Auf das Ergebnis können sie gemeinsam stolz sein." Der Bau sei auch Zeichen bürgerschaftlichen Engagements, seine Ausstrahlungskraft könne mehr Menschen für klassische Musik begeistern. Die Versäumnisse bei der Planung dürften allerdings nicht vergessen werden: Wenn Steuergelder im Spiel seien, seien die "Risiken einzuhegen".

Der markante Gebäudekomplex am Hafen soll sich zu einem Konzerthaus von Weltrang und einem architektonischen Wahrzeichen entwickeln, das Hamburg international bekannter macht. Die ursprünglich bereits für 2010 geplante Fertigstellung hatte sich jahrelang verzögert, Preissteigerungen machten das Gebäude mit dem auffälligen geschwungenen Dach und der weithin sichtbaren Glasfassade zusätzlich zu einem bundesweit bekannten Negativbeispiel. Es kostete die Stadt am Ende 798 Millionen Euro - rund zehnmal so viel wie in einer ersten Machbarkeitsstudie genannt.

Zahlreiche Ehrengäste beim Eröffnungskonzert

Zu Festakt samt anschließendem Eröffnungskonzert des NDR Elbphilharmonie-Orchesters kamen zahlreiche Ehrengäste, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weitere hochrangige Bundes- und Landespolitiker. Das Konzert, das am Donnerstag noch einmal wiederholt wird, stand unter dem Motto "Zum Raum wird hier die Zeit". Karten waren nicht zu kaufen, es wurden aber insgesamt 1000 Plätze an normale Bürger verlost.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bezeichnete die Eröffnung der Elbphilharmonie als "historisches Datum" für Hamburg und die gesamte deutsche Kulturlandschaft. "Hamburg setzt mit der Elbphilharmonie ein unübersehbares Zeichen", sagte er während des Festakts im Großen Saal des neuen Konzerthauses. Kultur halte "zivilisierte Gesellschaften im Kern zusammen". Die Elbphilharmonie sei zudem "ein offenes Haus" für alle.

Bereits am Nachmittag hatte Scholz vor Journalisten gesagt, der technisch und architektonisch hoch anspruchsvolle Bau sei nie für weniger als 500 bis 600 Millionen Euro zu realisieren gewesen. Es sei ein "Fehler" der damals Verantwortlichen gewesen, dies in der öffentlichen Diskussion nicht gesagt zu haben.

Die Idee für die Philharmonie stammt von einem Projektentwickler und von Architekten. Die Politik in der Hansestadt griff das Projekt auf, der damalige CDU-Senat unter Bürgermeister Ole von Beust trieb den Bau voran. 2007 genehmigte die Bürgerschaft das Projekt.

Die Hamburger Linke äußerte sich am Mittwoch erneut kritisch. "Die Begeisterungs-PR spiegelt nicht die Stimmung in der Stadt wider", erklärte der kultur- und haushaltspolitische Sprecher ihrer Bürgerschaftsfraktion, Norbert Hackbusch. Viele Menschen seien auch weiterhin wütend über die Kostenexplosion und die "organisierte Verantwortungslosigkeit" hinter dem Bauprojekt. Dieses habe der "demokratischen Kultur in Hamburg kräftig geschadet".

Die Hamburger Handelskammer bezeichnete das Konzerthaus dagegen als "ein perfektes Marketinginstrument" für die Hansestadt.

360-Grad-Video von der Baustelle der Elbphilharmonie

360-Grad-Video: Die Elbphilharmonie - Backstage-Konzert

AFP/snacktv

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