Nach knapp drei Jahren Geiselhaft

Schweizer berichtet über Flucht vor Abu Sayyaf

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Ausgezehrt und entkräftet: Nach drei Jahren schrecklicher Geiselhaft berichtet der Schweizer Lorenzo Vinciguerra erstmals über die Umstände seiner Flucht vor der Abu Sayyaf.

Zürich - Ein seinen islamistischen Geiselnehmern in den Philippinen entkommener Schweizer hat bei seiner Rückkehr auf dem Zürcher Flughafen über die Umstände seiner Flucht berichtet.

Der abgemagerte und schwach wirkende Vogelkundler Lorenzo Vinciguerra äußerte am Freitag "riesige Erleichterung", nach fast drei Jahren in der Gewalt der philippinischen Abu-Sayyaf-Gruppe wieder in der Heimat zu sein.

An seinem 49. Geburtstag im November habe er beschlossen, dass er kein drittes Weihnachten auf der Insel Jolo verbringen wolle. Als seine Entführer am vergangenen Samstag eine Hochzeit feierten, sah Vinciguerra seine Chance gekommen und ergriff die Flucht. Ein Geiselnehmer verletzte ihn dabei an der Wange. Die Wunde schien jedoch verheilt zu sein.

Vinciguerra sagte, jetzt wolle er zu seiner Familie. Er habe "so viel verpasst". Ein zusammen mit Vinciguerra verschleppter Niederländer schaffte es nicht in die Freiheit. Die beiden Männer waren im Februar 2012 gemeinsam in die abgelegene Provinz Tawi-Tawi gereist, um seltene Vögel zu fotografieren. Bewaffnete Täter verschleppten die beiden und übergaben sie später an die Gruppe Abu Sayyaf. Die Islamisten hielten Vinciguerra und Ewold Horn in einem Versteck im dichten Dschungel auf Jolo fest.

Die Gruppe Abu Sayyaf wurde in den 90er Jahren mit Geld von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden gegründet. Sie wurde durch die Entführung zahlreicher Ausländer bekannt; erst im Oktober hatte sie zwei Deutsche nach einem halben Jahr in Geiselhaft freigelassen. Kurz darauf veröffentlichte sie ein Video, auf dem das angeblich für die Freilassung gezahlte Lösegeld von umgerechnet 4,6 Millionen Euro zu sehen sein soll.

AFP

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