Nach 12 Jahren

Farbiger kommt aus US-Todeszelle frei

Nach zwölf Jahren in einer texanischen Todeszelle ist ein 33-jähriger Farbiger als unschuldig aus der Haft entlassen worden.

"Ich bin als Unschuldiger hierher gekommen und ich gehe als Unschuldiger wieder heraus", erklärte Alfred Dewayne Brown am Dienstag nach seiner Entlassung am Vortag. Brown ist bereits der 154. zum Tode Verurteilte in den USA in vier Jahrzehnten, dessen Unschuld später festgestellt wurde.

Er sei "sicher, dass es viele andere wie mich gibt", sagte Brown nach seiner Freilassung. Sein Leben im Todestrakt verglich er mit einem "Hundezwinger". Er habe nicht einmal seine Tochter umarmen können, die bei seiner Inhaftierung erst zwei Jahre alt war.

Brown war 2005 wegen Mordes an einem Polizisten und einem weiteren Menschen bei einem Bankraub 2003 schuldig gesprochen worden. Er hatte stets seine Unschuld beteuert. Zur Tatzeit befand sich Brown allein in der Wohnung seiner Freundin. Ein Telefonat, das er geführt hatte, unmittelbar nachdem er im Fernsehen von dem Bankraub erfahren hatte, belegte aber, dass er die Tat nicht begangen haben konnte.

Wie sich nun herausstellte, gab die Staatsanwaltschaft dieses Alibi aber nicht an Browns Verteidiger weiter. Überdies hatte die Freundin des Angeklagten offenbar unter Druck eines Beamten der Polizei von Houston - einem Kollegen des getöteten Beamten - gegen Brown ausgesagt, diese Aussage aber später widerrufen. Nachdem Browns Alibi nun bekannt wurde, wurden alle Vorwürfe gegen ihn fallengelassen. Zudem soll auf einen im vergangenen Jahr angeordneten neuen Prozess verzichtet werden.

Nach Angaben des Zentrums für die Information über die Todesstrafe (DPIC) haben sich mit dem Fall Brown seit dem Jahr 1973 in den USA bereits 154 zum Tode Verurteilte als unschuldig erwiesen. Das DPIC erfasst nur diejenigen ehemals zum Tode Verurteilten, die offiziell freigesprochen oder begnadigt oder gegen die alle Vorwürfe fallengelassen wurden.

Browns Fall sei "ein weiteres beunruhigendes Beispiel der typischen Verhaltensweisen der Polizei und der Anklage, die allzu oft bei Todesstrafen vorkommen", erklärte DPIC-Direktor Robert Dunham. Seinen Angaben zufolge waren elf von zwölf seit 2013 für unschuldig erklärten Todeskandidaten nach "schweren Fehlern" von Staatsbediensteten oder Zeugen verurteilt worden.

dpa

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