„Die Mauer des Schweigens stürzt ein“

Schockierende Enthüllung in mysteriösem Vermisstenfall im Vatikan

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Ein undatiertes und am 05.07.2010 veröffentlichtes Handout zeigt ein Poster, auf dem in Rom um Informationen zur entführten Emanuela Orlandi gebeten wird. Mehr als drei Jahrzehnte nach dem spurlosen Verschwinden der 15-jährigen Tochter eines Vatikan-Angestellten ist in den mysteriösen Fall erneut Bewegung gekommen.

Die 15-jährige Tochter eines Vatikan-Hofdieners verschwand vor mehr als 30 Jahren. Nun bringt ein Enthüllungsjournalist schockierende neue Details ans Licht - die werfen Fragen auf.

Rom - In einen der mysteriösesten Kriminalfälle des Vatikans kommt wieder Bewegung. Es geht um das spurlose Verschwinden der damals 15-jährigen Tochter eines Vatikan-Hofdieners, Emanuela Orlandi, vor mehr als drei Jahrzehnten. Nach nun veröffentlichten Dokumenten eines italienischen Enthüllungsjournalisten soll der Vatikan jahrelang „Unterhalt“ für den Teenager an einem Ort in London gezahlt haben. Der Vatikan-Sprecher nannte die Dokumente am Montag „falsch und lächerlich“.

Um den Fall ranken sich seit Jahrzehnten Gerüchte und Verschwörungstheorien. Das Mädchen kam 1983 nach der Musikschule nicht mehr nach Hause. Ihr Vater war Hofdiener von Papst Johannes Paul II. Zunächst hieß es, Emanuela sei gekidnappt und ermordet worden - doch Beweise für ihr Schicksal gibt es bis heute nicht. Ein Zusammenhang wurde unter anderem mit einem Attentat auf Johannes Paul II. und mit der Mafia gezogen.

Der Journalist Emiliano Fittipaldi veröffentlichte am Montag in der Zeitung „La Repubblica“ ein Dokument, das angeblich aus dem Jahr 1998 stammt und aufzeigen soll, dass der Vatikan bis 1997 umgerechnet rund 340 000 Euro für Orlandi ausgegeben haben soll. Das lässt vermuten, dass Orlandi bis dahin noch am Leben war.

Fittipaldi selbst schreibt, dass Papier sei entweder „glaubwürdig“ und somit ein Beweis für die Mitwisserschaft des Vatikans oder sei eine Fälschung, die für Intrigen innerhalb des Vatikans genutzt werde. Der Bruder von Orlandi, der seit ihres Verschwindens für eine Aufklärung kämpft, schrieb auf Facebook: „Die Mauer (des Schweigens) stürzt ein.“

dpa

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