Schutz vor fremden Arten

Schiffe müssen Ballastwasser behandeln

+
Schiff im Hamburger Hafen: In ihrem Ballastwasser transportieren Schiffe zahlreiche kleine Meerestiere in andere Gebiete und stören dort das Ökosystem. Foto: Axel Heimken/Symbolbild

Hamburg (dpa) - In der internationalen Seeschifffahrt gelten künftig strenge Anforderungen an die Behandlung von Ballastwasser, mit dem Schiffe stabilisiert werden. Ein internationales Abkommen aus dem Jahr 2004 sei nunmehr in Kraft getreten, teilte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit.

"Das ist ein Meilenstein für den marinen Umweltschutz", sagte Präsidentin Monika Breuch-Moritz. Mit dem Ballastwasser werden regelmäßig kleine Meeresbewohner wie Fische, Kleinkrebse, Plankton oder auch Keime in andere Regionen transportiert und können die Ökosysteme in der neuen Umgebung empfindlich beeinflussen.

In einem Zeitraum von sieben Jahren müssen weltweit rund 40.000 Schiffe eine Ballastwasser-Behandlungsanlage einbauen lassen, sobald sie für die Routine-Überholung in der Werft sind. Ausnahmen können die Flaggenstaaten für Baggerschiffe und Offshore-Fahrzeuge genehmigen.

Auch Schiffe, die ausschließlich innerhalb von Gewässern mit den gleichen Meerestieren und Kleinstlebewesen verkehren - etwa in der Nord- oder Ostsee - können eine Ausnahmegenehmigung erhalten.

Die deutschen Reeder begrüßten, dass die Regelung globale Standards setze, die für alle Reedereien gelten und deshalb den Wettbewerb nicht verzerren. Gleichzeitig sei die Konvention die bislang teuerste Umweltregulierung, die die Schifffahrt je schultern musste.

"In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob jede Reederei angesichts der schweren Schifffahrtskrise in der Lage sein wird, die Investition von bis zu zwei Millionen Euro pro Schiff zu tätigen", sagte Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes Deutscher Reeder (VDR).

Informationen des Bundesverkehrsministeriums zu Ballastwasser-Abkommen

Informationen der BSH zu Ballastwasser

Meistgelesen

Im Wald: Mann sprengt sich versehentlich selbst in die Luft

Im Wald: Mann sprengt sich versehentlich selbst in die Luft

Mit diesem Foto fahndet die Polizei nach gestohlenen Kängurus

Mit diesem Foto fahndet die Polizei nach gestohlenen Kängurus

Mysteriöses Fundstück im Zug - diese Geschichte steckt hinter dem Handy-Buch

Mysteriöses Fundstück im Zug - diese Geschichte steckt hinter dem Handy-Buch

Gruppen-Vergewaltigung: Gesuchter 18-Jähriger stellt sich der Polizei

Gruppen-Vergewaltigung: Gesuchter 18-Jähriger stellt sich der Polizei

Pferde gehen bei Rosenmontagszug durch - mindestens drei Personen verletzt

Pferde gehen bei Rosenmontagszug durch - mindestens drei Personen verletzt

Kommentare