Spielabbruch nach Massenschlägerei

Rotsünder müssen nach Skandalspiel vor Sportgericht "antanzen"

Das Skandalspiel vom 15. Oktober beschäftigt nun die Sportgerichte. Damals war das A-Klassen-Match zwischen dem SV Prutting und Türkspor Rosenheim nach einer Massenschlägerei und sieben Roten Karten abgebrochen worden.

Prutting/Altenmarkt -  Am Mittwochabend sahen sich die Beteiligten nun zu einer ersten Anhörung vor dem Kreissportgericht wieder, wie rosenheim24.de* beirchtet. Zu der Verhandlung im Rathaus in Altenmarkt an der Alz waren neben den sieben Türkspor-Spielern, die mit Roten Karten belegt worden waren, auch der damals amtierende Schiedsrichter sowie Verantwortliche beider Vereine geladen worden. Den Vorsitz führte der Chef der Kreissportgerichts Stephan Bierschneider zusammen mit seinen beiden Beisitzern. Auch BFV-Verbandsanwalt Reisinger war anwesend.

Zum Inhalt der nicht-öffentlichen Verhandlung war (zunächst) nichts zu erfahren. Auf Anfrage von rosenheim24.de bestätigte Patrik Domanski von der Pressestelle des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) lediglich, dass die entsprechende Verhandlung am Mittwochabend stattgefunden habe. Erste weiterführende Informationen will der Verband möglicherweise am Freitag bekannt geben.

Urteile hat es bisher aber noch keine gegeben. Dies erfuhr rosenheim24.de. Allerdings darf damit vermutlich zeitnah gerechnet werden, zumal Türkspor in eineinhalb Wochen noch ein Punktspiel gegen Lokalrivale FC Bosna zu absolvieren hat. Das Spiel ist für Sonntag, 19. September, 14 Uhr, auf dem Sportplatz an der Klepperstraße angesetzt.

Bei dem Spiel am 15. Oktober, das in der 60. Minute beim Stand von 2:2 abgebrochen werden musste, war es nach dem Pruttinger Ausgleichstreffer zu einer Massenschlägerei gekommen. Daran waren sowohl Spieler als auch Zuschauer beteiligt. Ein Video, das im Internet kursiert, dokumentierte die Brutalo-Szenen. Zahlreiche Polizeistreifen mussten anrücken, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Auch mehrere Krankenwagen und ein Notarzt waren damals im Einsatz.

Abbruch kein Einzelfall im Landkreis Rosenheim

Dieses Skandalspiel ist leider kein Einzelfall im Landkreis Rosenheim. Nur eine Woche später kam es, ebenfalls in der A-Klasse, zum Eklat in der Partie WSV Aschau - FC Bosna Rosenheim. Bereits im Jahr 2016 wurde bei der Begegnung zwischen FC Bosnia gegen SV DJK Kolbermoor II der Schiedsrichter gewürgt und zu Boden geworfen.

Einen besonders brutalen Angriff gab es 2012, als ein Spieler desFC Iliria Rosenheim einen Schiedsrichter niederschlug. Die Folge: Kieferbruch, ein zerfetztes Trommelfell, sowie psychische Beschwerden wie Angstzustände, Schlafstörungen und eine Sehstörung. Der Täter wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung sowie der Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von 15.000 Euro verurteilt.

Martin Weidner und Markus Zwigl

*rosenheim24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Screenshot Youtube

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