In mehreren Bundesländern

Riesen-Razzia mit 1500 Polizisten gegen Rotlicht-Bande: Drei Beschuldigte in U-Haft

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Bundesweite Razzia gegen Organisierte Kriminalität.

In Deutschland kam es am Mittwochmorgen an mehreren Orten zu Razzien. Im Visier der Einsatzkräfte standen Menschenhändler-Banden.

Update vom 19. April

Frankfurt/Main - Nach der Zerschlagung eines bundesweiten Prostitutions-Netzwerks sitzen drei Beschuldigte in Untersuchungshaft. Ihnen werde die gewerbs- und bandenmäßige Einschleusung von Ausländern sowie Zwangsprostitution, Zuhälterei und das Vorenthalten von Arbeitsentgelten vorgeworfen, sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Donnerstag. Bei vier weiteren Verdächtigen werde am Donnerstag der Haftrichter entscheiden, ob sie in Haft kommen. Darunter seien auch die Hauptbeschuldigten, ein deutsch-thailändisches Ehepaar aus Siegen in Nordrhein-Westfalen.

Bei der Großrazzia im Rotlichtmilieu hatten mehr als 1500 Bundespolizisten am Mittwochmorgen 62 Orte in zwölf Bundesländern durchsucht. Im Fokus der Beamten standen vor allem Menschenhandel und Zwangsprostitution von vorrangig transsexuellen Prostituierten aus Thailand. Dabei sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft 81 Menschen mit illegalem Aufenthaltstitel entdeckt worden.

Update vom 18. April

Schwerpunkte der Aktionen waren Nordrhein-Westfalen mit 17 durchsuchten Einrichtungen, Hessen (10), Niedersachsen und Baden-Württemberg (je 9). Im Fokus der Beamten standen unter anderem Menschenhandel, Zuhälterei und Zwangsprostitution von Thailänderinnen.

100 Personen vorläufig festgenommen

Die Bundespolizei hat im Zusammenhang mit ihrer groß angelegten Aktion gegen eine Bande im Rotlichtmilieu mehr als 100 Personen vorläufig festgenommen. Sieben Haftbefehle wurden vollstreckt, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwochvormittag in Siegen sagte.

Lesen Sie dazu auch: Razzien gegen organisierte Kriminalität in ganz Deutschland*

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nannte die Großrazzia der Bundespolizei einen beispiellosen Schlag gegen „ein bundesweit verzweigtes Netzwerk“. „Viele hunderte Frauen und Männer waren der menschenverachtenden grenzenlosen Profitgier von Schleusern über Jahre und Landesgrenzen hinweg ausgeliefert“, teilte Seehofer mit.

Thailänderin (59) ist Hauptverdächtige

Hauptverdächtige sind nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft neben einer 59-Jährigen aus Thailand auch ihr 62 Jahre alter deutscher Lebensgefährte. Nach Angaben der Bundespolizei wohnt die Frau in Siegen. Das Paar soll gemeinsam mit weiteren Mittätern ein bundesweites Netzwerk aufgebaut haben, um thailändische Frauen und Transsexuelle nach Deutschland zu schleusen und als Prostituierte arbeiten zu lassen. 

Bei der Aktion der Bundespolizei sei in Siegen auch die GSG 9 im Einsatz gewesen, weil nicht ausgeschlossen worden sei, dass Schusswaffen vorhanden waren, sagte der Sprecher. Es habe aber keine Zwischenfälle gegeben: „Der Einsatz ist ruhig verlaufen.“

Die Ermittler haben insgesamt 56 Verdächtige im Blick, 41 Frauen und 15 Männer im Alter zwischen 26 und 66 Jahren.

dpa

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