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Reh mit Armbrust getötet? Waffenexperte wirft Familienvater brutale Wilderei vor

Mit diesem Pfeil und einem Sportbogen soll eine 14-Jährige versehentlich ein Reh erschossen haben.
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Mit diesem Pfeil und einem Sportbogen soll eine 14-Jährige versehentlich ein Reh erschossen haben.

Ein Vater hat der Polizei in Rheinland-Pfalz gemeldet, dass seine Tochter mit einem Sportbogen versehentlich ein Reh erschossen habe. Ein Waffenexperte wirft dem Vater aber Wilderei vor.

Olsbrücken - Nachdem ein Jagdpächter ein mit einem rätselhaften Pfeil erschossenes Reh gefunden hatte, ermittelte die Polizei Olsbrücken (Rheinland Pfalz) wegen des Verdachts der Jagdwilderei. Auf einen Zeugenaufruf meldete sich ein Familienvater. Seine 14-jährige Tochter habe das Tier aus Versehen mit einem Sportbogen erschossen. Doch ein Waffenexperte auf YouTube will jetzt bewiesen haben, dass das gar nicht möglich war. Er erhebt schwere Vorwürfe gegenüber dem Familienvater. 

Der Vater hatte bei der Polizei gemeldet, dass das Reh beim Einschießen des Bogens auf ihrem Grundstück in die Schusslinie geraten sei. Danach sei das Tier davon gelaufen und die Familie habe es nicht wiedergefunden. An der Spitze des Pfeils, der das Reh traf, befand sich laut Polizeiangaben zufolge ein „massiver, kugelförmiger Kopf". Die Eltern der 14-Jährigen gaben demnach an, dass Vater und Tochter zum Justieren des Sportbogens die Spitze getauscht hätten.

Waffenexperte Jörg Sprave, der unter seinem YouTube-Account „The Slingshot Channel“ englischsprachige Videos zum Schießen mit Pfeil und Bogen, Armbrüsten oder ähnlichen Waffen verbreitet, bezichtigt den Familienvater der Lüge. In einem Video analysiert Sprave das Bild des Pfeils, das die Polizei veröffentlicht hat. Der Waffenexperte meint, dass der Pfeil, der das Reh getötet haben soll, für einen Sportbogen gar nicht geeignet ist. Er kritisiert, dass der Pfeil zu kurz sei und keine Vorrichtung zum Abschießen über einen Sportbogen habe. 

Reh gewildert? YouTuber stellt Tötung mit Pfeil nach 

Mit einem Replikat des Pfeils zeigt er, dass es unmöglich ist, diesen über einen Sportbogen abzuschießen. An einem Objekt aus Gelatine, das mit Leder überzogen ist und den Körper des Rehs nachstellen soll, zeigt er jedoch, dass der Abschuss des Pfeils über eine Armbrust die Schlagkraft hätte, ein Reh zu töten. 

Sprave ist sich sicher, dass das Tier nur mit einer Armbrust getötet werden konnte. Zudem weist er darauf hin, dass das Schießen mit einer Armbrust erst ab dem Alter von 18 Jahren erlaubt ist. Es könne also sein, dass der Vater seine minderjährige Tochter einfach als Täterin vorschiebe. 

Polizei Rheinland-Pfalz: “Video ist uns bekannt“ 

Die Polizei in Rheinland-Pfalz ermittelt weiterhin in dem Fall. Auf Anfrage unserer Onlineredaktion antwortete die Polizei, dass ihnen das YouTube-Video bekannt sei, es allerdings derzeit noch keine neuen Erkenntnisse gebe. 

Lesen Sie auch: Reh rennt durch Beine von korpulenter Frau - wenige Sekunden später ist das Tier tot

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