Raub mit Todesfolge

Räuber ersticken Rentner qualvoll: Bis zu 14 Jahre Gefängnis

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Räuber ersticken Rentner qualvoll: Bis zu 14 Jahre Haft

Sein Kopf war von den Räubern mit Klebeband umwickelt, die Luftlöcher waren zu klein. Der 79-jährige Werner L. erstickte in seiner Krefelder Wohnung qualvoll. Seine Peiniger kommen dafür laut Urteil für Jahre hinter Gitter.

Krefeld - Nach dem qualvollen Todeskampf eines Rentners in Krefeld sind seine Peiniger zu Gefängnisstrafen bis zu 14 Jahren verurteilt worden. Das Landgericht der Stadt am Niederrhein belangte vier der fünf Angeklagten wegen Raubes mit Todesfolge. Der fünfte und mit 27 Jahren jüngste Angeklagte bekam wegen Beihilfe zum Raub eine Strafe von vier Jahren Haft. Als Raubmord stuften die Richter die Tat nicht ein - im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft. Die Angeklagten hatten beteuert, dass sie den 79-Jährigen nicht umbringen wollten.

Sie hatten den gehbehinderten Werner L. gefesselt und geknebelt, um aus seiner Wohnung Antiquitäten zu rauben. Dazu umwickelten sie seinen Kopf mit Klebeband - sogenanntem Panzertape. Sie ließen in dem Klebeband Luftlöcher im Bereich der Nase, die aber zu klein waren. Der 79-Jährige erstickte. Die Staatsanwaltschaft hatte für drei der fünf Angeklagten lebenslange Haft wegen Mordes gefordert. Alle haben die polnische Staatsangehörigkeit.

Eine 53-jährige Frau und ein 41-jähriger Mann erhielten mit je 14 Jahren Gefängnis die höchsten Strafen, ein 36-Jähriger wurde zu elfeinhalb, ein 43-Jähriger zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Die Gruppe soll bei dem Opfer Antiquitäten im Wert von mindestens 100 000 Euro vermutet haben, dabei hatte der Krefelder mit seiner mageren Rente nicht einmal die Stromrechnung zahlen können, weswegen ihm sogar der Strom abgeklemmt worden war.

Drei Monate nach der Tat im Oktober 2016 hatte die Polizei zehn Verdächtige festgenommen. Die Gruppe soll sich darauf spezialisiert haben, ältere Menschen im Rheinland und im Ruhrgebiet zu bestehlen. Eine DNA-Spur an dem Panzerklebeband hatte die Mordkommission auf die richtige Spur gebracht.

Der Rentner hatte in Krefeld zurückgezogen gelebt und wenig soziale Kontakte. Freunden hatte er vor der Tat berichtet, dass zwei Frauen einen Teppich aus der Wohnung mitnehmen und reinigen wollten, das habe er aber abgelehnt. Die Frauen wollten wiederkommen. Sie seien von den zahlreichen Antiquitäten in seiner Wohnung entzückt gewesen. Seine Bekannten hatten ihn noch gewarnt.

Die Polizei fand seine Leiche, weil ihn sein Vermieter als vermisst gemeldet hatte. Die Beute bestand laut Anklage aus Messingfiguren, Kreuzen, einem siebenarmigem Kerzenleuchter und einer Schiller-Ausgabe. Die Verurteilten wohnten zuletzt in Krefeld und Solingen. Der Prozess hatte im Juli vergangenen Jahres begonnen.

dpa

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