Maschine verschwand von Radar

Pilot des abgestürzten Flugzeugs wohl 74-Jähriger Schweizer

Bei dem Piloten des in den Bodensee gestürzten Kleinflugzeugs handelt es sich wahrscheinlich um einen 74 Jahre alten Schweizer. Das teilte das Polizeipräsidium Konstanz am Dienstagabend mit

Konstanz - Ein Kleinflugzeug ist in den Bodensee gestürzt, ein Mann konnte bereits identifiziert werden. Die Identität des zweiten Menschen an Bord sei bislang unklar. Die Suche nach dem Flugzeug war am Dienstagabend wegen schlechten Wetters unterbrochen worden und sollte am Mittwoch fortgesetzt werden. Das Kleinflugzeug vom Typ Piper Malibu war am Dienstag gegen 12.00 Uhr vor Konstanz in den Bodensee gestürzt. Nach ersten Erkenntnissen war das Flugzeug von Zürich nach Hamburg unterwegs und mit zwei Personen besetzt. Die Polizei geht davon aus, dass beide Insassen tot sind.

Im ersten Moment dachte Thomas Perzl, der Pilot wolle eine Spirale fliegen. „Er ist sechs oder siebenmal getrudelt und ich dachte, er macht das mit Absicht“, sagt er - doch dann habe er gemerkt, dass etwas nicht stimme: Die Maschine sei aus rund 500 Metern senkrecht nach unten gestürzt, dabei seien bereits Teile der Tragfläche abgefallen. Dann sei das Flugzeug mit hoher Geschwindigkeit auf dem Wasser aufgeprallt, sagt Perzl sichtlich betroffen über den Absturz eines Kleinflugzeuges nahe der Blumeninsel Mainau. „Nach ein paar Sekunden war alles vorbei.“

Wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizeipolizei laut schwaebische.de bestätigte, ist das Flugzeug in den See gestürzt und sofort gesunken. Der Bodensee ist an der Absturzstelle rund 60 Meter tief, das Wrack sank vermutlich schnell nach unten. Für Taucher sei die Tiefe nur schwer erreichbar, sagt ein Polizeisprecher. Die Beamten setzen daher auf einen Tauchroboter, der Bilder vom Grund liefern soll. Anhand dieser Aufnahmen werde entschieden, wie die Maschine geborgen werden könne.

Was die Beamten bislang sicher wissen: Das Flugzeug startete gegen 11.30 Uhr mit zwei Personen vom Flughafen Zürich in Richtung Hamburg. Rund 20 Minuten später gehen beim Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Konstanz bereits erste Anrufe ein. Zeugen berichten von einem Knall, andere haben den Absturz direkt gesehen. Die Einsatzkräfte sind schnell vor Ort - am Anfang seien sie noch von einer Wasserrettung ausgegangen, sagt Sprecher Christopher Kutschker von der Konstanzer Feuerwehr. Doch an der Absturzstelle wird schnell klar, dass es stattdessen eine Bergung werden wird - die Helfer können nur noch Trümmer- und Leichenteile sammeln.

Bergung kann einige Tage dauern

Nach dem Bericht befand sich das Flugzeug auf einem so genannten Instrumentenflug, das heißt, es flog mithilfe von Instrumenten zur Navigation und Flugüberwachung. Dann soll es plötzlich vom Radar verschwunden sein.

Offenbar haben die Rettungskräfte schon Ausrüstungsgegenstände im Wasser gefunden. Die Bergung des Wracks kann aber einige Tage lang dauern.

Viele Kinder Zeugen des Unglücks

Nach Informationen von suedkurier.de sind etliche Kinder Zeugen des Unglücks geworden. Sie gehören zu einer Zeltlagergruppe, die sich in der Nähe des Unglücksortes aufhielt.

Die Ursache des Unglücks ist bislang unklar. Die Kriminalpolizei ist vor Ort und hat die Ermittlungen aufgenommen. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung wurden eingeschaltet.

Rubriklistenbild: © dpa

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