Epidemie im Umlauf

Pest-Ausbruch in Madagaskar: WHO liefert 1,2 Millionen Antibiotika

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Lungenpest in Madagaskar

Angesichts des bedrohlichen Pest-Ausbruchs in Madagaskar hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1,2 Millionen Dosen Antibiotika in den Inselstaat geschickt.

Genf/Antananarivo - Sie sollen sowohl zur Prophylaxe als auch zur Behandlung von Erkrankten eingesetzt werden, erklärte die WHO am Freitag. Knapp 250 000 weitere Dosen sollen in Kürze folgen. Damit könnten bis zu 5000 Erkrankte behandelt werden und 100 000 Menschen Prophylaxe bekommen. „Je schneller wir handeln, desto mehr Leben retten wir“, erklärte die WHO-Chefin in Madagaskar, Charlotte Ndiaye.

Kleinere Ausbrüche der Beulenpest sind in Madagaskar nicht ungewöhnlich, bei der jüngsten Epidemie seit Ende August gibt es jedoch auch zahlreiche Fälle der gefährlicheren und leichter übertragbaren Lungenpest. Die Zahl der Toten stieg dem Gesundheitsministerium zufolge inzwischen auf 36, rund die Hälfte davon in dicht besiedelten Städten. Mindestens 155 Menschen seien an der Lungenpest erkrankt, 75 an der Beulenpest. Vergangene Woche hatten die Behörden noch von insgesamt gut 100 Erkrankten gesprochen.

Die Fluggesellschaft Air Seychelles erklärte unterdessen, dass alle Flüge nach Madagaskar ab Sonntag bis auf weiteres ausgesetzt würden. Ein Pest-Opfer war ein Basketballtrainer aus den Seychellen, der sich nur kurz in Madagaskar aufhielt. 

Der Inselstaat vor der südöstlichen Küste Afrikas weist seit Jahren die meisten Pest-Fälle weltweit auf, vor allem von Beulenpest. Der Erreger wird oft durch Flöhe von Ratten übertragen. Bei einer frühen Diagnose sind die Heilungschancen der Beulenpest durch Antibiotika sehr hoch. Die Lungenpest kann ähnlich wie eine Grippe durch Tröpfchenübertragung verbreitet werden. Ohne Behandlung führt Lungenpest oft innerhalb von 24 Stunden zum Tod. Seit 2010 zählte die WHO in Madagaskar mehr als 500 Pest-Tote.

dpa

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