Fragen und Antworten

Pandas für den Berliner Zoo: Alles Wissenswerte rund um den flauschigen Zuwachs

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Der Berliner Tierpfleger Christian Toll steht am 14.06.2017 in der Zuchtstation in Chengdu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan, China, vor einem Pandagehege. Er hilft bei den Vorbereitungen für den Transport von Pandamännchen “Jiao Qing“ und Pandaweibchen “Möng Möng“ am 24. Juni mit einer Frachtmaschine von China nach Berlin.

Wenn China Pandabären an Zoos im Ausland abgibt, gleicht das einem diplomatischen Akt. Die Tiere leben in freier Wildbahn in keinem anderen Land und sind streng geschützt. Ende Juni bekommt der Berliner Zoo ein lang ersehntes Pärchen - als einziger in Deutschland.

Berlin - Bären an Bord: Am 24. Juni geht für den Berliner Zoo das Warten auf ein lang ersehntes Pandapaar zu Ende. An diesem Tag soll eine Frachtmaschine aus China auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld landen. Für Tierschützer kommen mit den schwarz-weißen Bären Botschafter für den Artenschutz in die Hauptstadt. Sie sind aber auch diplomatische Vertreter auf vier Pfoten - und hinter jeder Leihgabe steckt ein Millionendeal.

Wieso bekommt Deutschland zwei Pandabären?

Verhandlungen über Pandas sind hohe diplomatische Schule. Die Bären sind bedroht. Heute leben nach Angaben der Tierschutzorganisation WWF nur noch knapp 2000 Tiere in den grünen Bambuswäldern im Südwesten Chinas. Früher waren Pandas Staatsgeschenke. Heute werden Tiere aus der Nachzucht als Leihgaben an Zoos in anderen Ländern gegeben. Der Stand der Wirtschaftsbeziehungen gilt Beobachtern dabei als nicht ganz unerheblich. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte 2015 bei einem China-Besuch Verhandlungen in Gang gebracht. Chinas Botschafter Shi Mingde betonte Ende April in Berlin, die Leihgabe sei eine Geste für die Freundschaft zwischen Deutschland und China: „Pandabären sind Botschafter - manchmal sind sie sogar beliebter als der menschliche Botschafter.“

Warum bekommt der Berliner Zoo den Zuschlag?

Die Haltung von Pandas erfordere viel Fingerspitzengefühl, heißt es beim Verband der Zoologischen Gärten. Allein die Fütterung sei eine Herausforderung. Ein Panda frisst bis zu 40 Kilogramm Bambus am Tag. Dazu kommt die wissenschaftliche Ausrichtung mit dem Führen eines Zuchtbuchs - und die Hoffnung auf Nachwuchs. Berlin hat bei der Panda-Haltung langjährige Erfahrung. 2012 starb dort mit „Bao Bao“ der letzte Vertreter seiner Art in der Hauptstadt. Seit November baut der Zoo für neun Millionen Euro in enger Abstimmung mit China ein neues Panda-Gehege. Die Tiere sollen 15 Jahre lang bleiben, die Leihgebühr beträgt rund eine Million Euro pro Jahr. Das Geld fließt in China in Panda-Schutz und Forschung.

Welche Pandas ziehen nach Berlin?

Das Pandaweibchen heißt „Meng Meng“, das bedeutet „Träumchen“. Die korrekte chinesische Aussprache haben Berliner Tierpfleger bereits geübt, sie lautet „Möng Möng“. Das Männchen heißt „Jiao Qing“. Das bedeutet „Schätzchen“.

Das Panda-Weibchen „Möng Möng“ ist am 14.06.2017 in der Zuchtstation in Chengdu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan, China, zu sehen. Im Zoologischen Garten Berlin soll die Leihgabe aus China dann für Nachwuchs sorgen. 

Die Tiere sind jung genug, um Nachwuchs zu zeugen. Allerdings haben sie noch nie zusammen gelebt. Pandas sind Einzelgänger, haben es gern ruhig und bequem - und sind Sex-Muffel. Ein Panda-Weibchen ist nur an rund drei Tagen im Jahr fruchtbar. Wenn „Jiao Qing“ dann nicht die Lust überkommt, hat Berlin Pech. Stimmt die Chemie, darf Berlin den Nachwuchs aber nicht behalten. Sobald das Junge die Mutter nicht mehr braucht, muss es nach China.

Das Panda-Männchen „Jiao Qing“ wälzt sich am 14.06.2017 in der Zuchtstation in Chengdu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan, China, auf dem Rücken. Zusammen mit dem Pandaweibchen „Möng Möng“ wird er am 24. Juni mit einer Frachtmaschine aus China auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld landen.

Wie reisen die Pandas nach Deutschland?

Ihr Transport ist minuziös eingetaktet. Am 23. Juni landet eine Frachtmaschine auf dem Weg von Peking nach Frankfurt am Main außerplanmäßig in Chengdu. Dort haben sich die beiden Pandas bereits an ihre Transportboxen gewöhnt. Sie wiegen je 550 Kilo, riechen gut nach Bambus und sind mit einer Spezialmatte als Toilettenersatz ausgestattet. Mit Tierpfleger, Tierarzt, Bambus-Snacks und einem Wasservorrat geht es an Bord. Der Pilot werde nicht so steil starten und landen wie üblich, um die Pandas nicht aus der Ruhe zu bringen, sagt Lufthansa-Transportleiter Jörg Bodenröder.

Der Berliner Tierpfleger Christian Toll streichtelt am 14.06.2017 das Panda-Weibchen “Möng Möng“ in der Zuchtstation in Chengdu in der südwestchinesischen Provinz Sichuan, China. Derzeit leben in keinem deutschen Zoo Riesenpandas.

Wie sieht die Begrüßung aus?

Die beiden Neuankömmlinge sollen noch am Flughafen auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden - hinter Plexiglas. Zur offiziellen Begrüßung am 5. Juli ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingeladen. Durch den G20-Gipfel in Hamburg sind zu dieser Zeit auch ranghohe chinesische Politiker in Deutschland.

Was halten Tierschützer von dem Panda-Umzug?

Der WWF sieht ihn positiv. „Pandas sind Botschafter für ihre Art“, sagt Sprecher Roland Gramling. „Der Mensch schützt, was er kennt.“ Den Chinesen stellt der WWF ein gutes Zeugnis für den Panda-Schutz aus, die Bestände hätten spürbar zugenommen.

dpa

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