Prozess in Darmstadt

Paar wollte Serienmörder werden

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Der Eingang des Landgerichts im hessischen Darmstadt. Foto: Christoph Schmidt

Auftakt im Prozess gegen eine 38-jährige Frau und einen zehn Jahre jüngeren Mann wegen Mordes: Die Angeklagten sollen sich aus Geldnot und unter dem Eindruck der Fernsehserie "Killer Paare" dazu entschlossen haben, Menschen zu töten und auszurauben.

Darmstadt (dpa) - Angeregt von Horrorfilmen und einer Fernsehserie über "Killer-Paare" soll sich ein Paar aus Südhessen entschlossen haben, Serienmörder zu werden. Als erstes Opfer wählten sie auch aus Geldnot laut Anklage eine ihnen als großzügig bekannte Rentnerin aus.

Mit elf Messerstichen sollen sie die 81-Jährige im März 2017 in ihrer Wohnung in Dieburg getötet haben. Wegen Mordes aus Tötungswillen, Habgier und Heimtücke stehen die Frau (38) und ihr damaliger Freund (28) seit Mittwoch vor dem Landgericht Darmstadt. Zu dem Tatvorwurf äußerten sie sich am ersten Verhandlungstag nicht.

Die Anklage wirft ihnen vor, sich vor der Tat aus Geldnot und zur Aufwertung ihres niedrigen Selbstwertgefühls entschlossen zu haben, Serienmörder zu werden. Aus diesem Grund hätten sie bei der Rentnerin geklingelt und sie gemeinsam getötet.

Die alleinstehende Frau war eine Nachbarin der Mutter des Angeklagten. Das arbeitslose Paar hatte sich in einer psychiatrischen Klinik kennengelernt. Der Angeklagte sei wegen einer schizophrenen Erkrankung behandelt worden, die Frau wegen Depressionen und einer akuten Alkoholabhängigkeit.

Das Opfer starb noch am Tatort. Die mutmaßlichen Täter flüchteten mit dem Auto der Frau nach Spanien. Dort wurden sie eine Woche später gefasst und bald darauf nach Deutschland ausgeliefert. Das Schwurgericht hat insgesamt acht Verhandlungstermine angesetzt.

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