Schlafsäcke in Feuer gelegt

Obdachlose angezündet: Prozess beginnt

Er soll die Schlafsäcke zweier Obdachloser angezündet haben - dafür hat die Staatsanwaltschaft vor dem Hamburger Landgericht einem 29-Jährigen versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Hamburg - Nachdem er das Feuer gelegt habe, soll er sich „in der Annahme, die Geschädigten würden in ihren Schlafsäcken verbrennen“, vom Tatort entfernt haben, sagte die Staatsanwältin am Montag. Die beiden 32 und 43 Jahre alten Männer erlitten demnach schwere Verbrennungen. Der Angeklagte selbst wollte sich nicht äußern, ließ jedoch eine Erklärung verlesen. Darin hieß es, es gebe keine ausreichenden Beweise für eine Tatbeteiligung des ebenfalls aus dem Obdachlosenmilieu stammenden Mannes.

Mitte Juni war in Berlin ein 21-Jähriger zu einer Haftstrafe verurteilt worden, weil er in einem U-Bahnhof einen Obdachlosen angezündet hatte. Drei 17 bis 18 Jahre alte Mitangeklagte wurden wegen Beihilfe zu Bewährungsstrafen verurteilt. Fahrgäste hatten die Flammen gelöscht, der ahnungslose Mann blieb unverletzt. Bei den Tätern handelte es sich nicht um Obdachlose. Gegen das Urteil legte die Staatsanwaltschaft Revision ein.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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