Bericht des Umweltministeriums

Nur wenige deutsche Gewässer in akzeptablem Zustand

+
Kein anderes Flussgebiet in Deutschland ist in einem besseren ökologischen Zustand als die Donau und ihre Zuflüsse. Foto: Armin Weigel/Archiv

Alle deutschen Gewässer müssen bis 2027 in gutem Zustand sein, das fordert die EU. Da bleibt viel zu tun. Denn derzeit erfüllen nur 8 Prozent diese Vorgabe. Die meisten Gewässer sind in unbefriedigendem oder gar schlechtem Zustand.

Passau (dpa) - Die meisten Oberflächengewässer in Deutschland sind in mindestens unbefriedigendem ökologischem Zustand. Das geht aus einem Bericht des Bundesumweltministeriums an die EU-Kommission hervor.

Demnach sind rund 34 Prozent der Gewässer in einem "unbefriedigenden", 19 Prozent sogar in einem "schlechten" Zustand. Bei 36 Prozent sei die Qualität "mäßig", knapp 8 Prozent werden als "gut" und nur 0,3 Prozent als "sehr gut" bewertet. Über den Report hatte zunächst die "Passauer Neue Presse" berichtet.

Im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie müssen alle deutschen Gewässer bis spätestens 2027 in gutem Zustand sein. Die Mitgliedstaaten sollen alle sechs Jahre die Entwicklung in einem Bericht dokumentieren. Nach Einschätzung des Berichts "Deutschlands Gewässer 2015" sind von allen zehn Flusssystemen in Deutschland die Donau und ihre Zuflüsse im besten Zustand. 20 Prozent der Donau und ihrer Nebenflüsse wie Isar oder Inn werden als sehr gut oder gut bewertet. Dahinter folgen die Flussgebiete von Maas, Rhein und Eider. Am Rhein und seinen Zuflüssen sind zwölf Prozent der Flächen in einem mindestens guten Zustand.

Am schlechtesten schneiden die Flusssysteme von Ems (Niedersachsen) und Schlei/Trave (überwiegend Schleswig-Holstein) ab, gefolgt von Oder und Weser. An der Ems sind lediglich 1 Prozent der Flächen in mindestens gutem Zustand, im Schlei/Trave-Raum sieht es nur wenig besser aus.

Insgesamt, so betont der Bericht jedoch, habe sich der Zustand der Gewässer in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. So gebe es etwa im Rhein wieder viele durchgängige Gewässerabschnitte für Wanderfische wie etwa Lachse. Insgesamt gelte es aber, die Landwirtschaft umweltfreundlicher zu machen und den Eintrag von Plastik und Schadstoffen wie etwa Quecksilber und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) zu verringern.

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) mahnt dem Bericht der "Passauer Neuen Presse" zufolge weitere Maßnahmen zum Schutz von Gewässern an. "Jahrhundertelange Belastungen können wir nicht mal eben in kurzer Zeit beseitigen", sagte sie. Strengere Regeln für die Düngung seien nötig. Der ökologische Zustand von Gewässern hängt vor allem von deren biologischer Vielfalt und den enthaltenen Schadstoffen ab.

Mehr zum Thema

Kommentare

Meistgelesen

Grusel-Fund an Badeort: U-Boot mit 23 Leichen an Bord entdeckt
Grusel-Fund an Badeort: U-Boot mit 23 Leichen an Bord entdeckt
22-Jährige denkt, sie bekommt ein Baby - doch beim Arzt folgt der Schock
22-Jährige denkt, sie bekommt ein Baby - doch beim Arzt folgt der Schock
Reisebus mit 70 Passagieren verunglückt - Fahrer unter Medikamenten-Einfluss?
Reisebus mit 70 Passagieren verunglückt - Fahrer unter Medikamenten-Einfluss?
Betrunkener legt sich zum Schlafen auf die Gleise, wird überrollt und überlebt
Betrunkener legt sich zum Schlafen auf die Gleise, wird überrollt und überlebt
Horror-Unfall in Schleuse: Kapitän durch gespanntes Stahlseil getötet
Horror-Unfall in Schleuse: Kapitän durch gespanntes Stahlseil getötet