Weil er ein Prinz ist

Prinz kommt vor Gericht ungeschoren davon

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Kämpfer eines Maori Stammes bei einer Begrüßungszeremonie. Die Maori haben anscheinend ihre eigenen Gesetze.

Wellington - Trotz einer Autofahrt im Vollrausch und Diebstahls ist ein neuseeländischer Prinz nicht verurteilt worden - eben weil er ein Prinz ist. Was ist da los?

Der milde Umgang der Justiz in Neuseeland mit einem jungen Prinzen vom Volk der Maori hat am Freitag für Empörung gesorgt. Der 19-jährige Korotangi Paki war am Vortag wegen eines Diebstahls und einer Trunkenheitsfahrt nicht verurteilt worden, um ihn nicht seiner Chancen auf die Thronfolge zu berauben. Der Richter hatte den Prozess gegen den jungen Adeligen mit dem Verweis eingestellt, dass Paki einen "makellosen" Leumund brauche, wenn er eines Tages die Nachfolge seines Vaters, König Tuheitia, antreten wolle. Der frühere Minister für Maori-Angelegenheiten, Dover Samuels, wies die Richter am Freitag im Rundfunk darauf hin, "dass jeder vor dem Gesetz gleich ist". Auch der Jura-Professor Bill Hodge von der Universität Auckland kritisierte, das Urteil widerspreche den Grundsätzen der Gleichbehandlung und der Demokratie. Ein Sprecher des Maori-Königs verteidigte dagegen das Urteil. "Menschen gehen ins Gefängnis und können die Strafe danach vergessen. In der Welt der Maori aber hat die Schande belastende und ernsthafte Konsequenzen, denen niemand entkommt", sagte Tukuroirangi Morgan Radio New Zealand. Der Maori-König hat in Neuseeland keine staatliche Macht, spielt jedoch eine wichtige symbolische Rolle als Vertreter der verschiedenen Maori-Stämme.

AFP

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