Taliban weist Vorwürfe von sich

Nach Massenentführung werden noch 30 Menschen vermisst

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Im Süden Afghanistans sind am Wochenende rund 70 Dorfbewohner entführt worden, sieben von ihnen wurden tot aufgefunden und rund 30 wieder freigelassen. Die übrigen Zivilisten werden noch vermisst.

Die übrigen 30 Opfer der Massenentführung wurden am Sonntag vermisst, die Polizei bemühte sich in einer "vorsichtigen" Suchaktion um ihre Freilassung, wie Polizeisprecher Sia Durrani mitteilte. Die Verschleppung von Dorfbewohnern ist selbst in dem von gewalttätigen Zwischenfällen geprägten Afghanistan ungewöhnlich, die von der Polizei verdächtigten Taliban wiesen die Verantwortung von sich. Die Geiselnehmer drangen nach Angaben von Polizeichef Abdul Rasik in kleine Dörfer entlang der Straße von Kandahar nach Tarin Kot in der Provinz Urusgan ein und verschleppten Bewohner aus ihren Häusern. Es war nicht klar, ob auch Frauen unter den Entführten waren. Bei allen Geiseln soll es sich um Angehörige der Volksgruppe der Paschtunen handeln. Rasik machte die radikalislamischen Taliban für die Entführungen und Hinrichtungen verantwortlich. Auch die meisten Taliban gehören der größten Ethnie Afghanistans an. Unter den Paschtunen gibt es erhebliche Spannungen, die Taliban werfen bestimmten Clans vor, die Zentralregierung in Kabul zu unterstützen. Sollte sich die Täterschaft der Taliban bestätigen, wäre es das erste Mal, dass sie zu Entführungen aus Dorfgemeinschaften schreiten, um Zivilisten in ihre Gewalt zu bringen. Bei bisherigen Entführungen brachten die Taliban Zivilisten bei Kontrollen an Straßenbarrikaden in ihre Gewalt. "Wir haben die Suche nach den entführten Dorfbewohnern aufgenommen", sagte Polizeisprecher Durrani. "Unsere Kräfte sind sehr vorsichtig, um zu verhindern, dass es bei der Operation weitere Opfer gibt." "Wir haben keine Zivilisten entführt oder getötet", erklärte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid. Die Taliban hätten "einige Polizisten und regierungstreue Milizionäre getötet", außerdem hätten sie 17 "Verdächtige" vorübergehend in ihre Gewalt gebracht, verhört und dann wieder laufen lassen.

afp

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