Entsetzliches Szenario 

Nach Horror-Tat: Höchststrafe für Sexualstraftäter

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Der Bundesgerichtshof Karlsruhe fällte das endgültige Urteil. 

Einen Sexualstraftäter, der zur Vertuschung ein Missbrauchsopfer eine Staumauer hinabstürzte, erwartet nun ein vernichtendes Schicksal.

Karlsruhe - Der Sexualstraftäter wurde mit der schwersten denkbaren Strafe auferlegt: lebenslange Haft ohne vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren plus anschließende Sicherungsverwahrung. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf am Mittwoch die Revision des Mannes gegen dieses Urteil. Damit ist die Entscheidung des Landgerichts Köln rechtskräftig. (Az. 2 StR 178/16)

Der Verbrecher wollte weitere Taten bewusst vorenthalten

Das Opfer, ein 18-Jähriger, hatte den Sturz aus 20 Metern Höhe wie durch ein Wunder lebensgefährlich verletzt überlebt. Der Junge sollte sterben, weil er den Mann nach Jahren des sexuellen Missbrauchs schließlich angezeigt hatte. Dieser musste befürchten, dass dadurch auch andere Taten ans Licht kommen: Er hatte sich systematisch das Vertrauen von Jungen aus zerrütteten Familien erschlichen und sie später eingeschüchtert, um sie zu vergewaltigen und zu missbrauchen.

Der Täter inszenierte einen Selbstmord des Opfers

Nach der Anzeige entführte er den 18-Jährigen im Dezember 2014 nachts aus dessen Schlafzimmer und zwang ihn auf die Staumauer der Brucher Talsperre im Bergischen Land. Als „Vertrauensbeweis“ musste der Junge sich hinter der Absperrung über den Abgrund lehnen, nur an den Händen gehalten. Dann ließ der Mann ihn los. Alles sollte wie ein Selbstmord aussehen. Vorher hatte der Junge Abschiedsbriefe schreiben müssen, in denen er die Anschuldigungen wegen des Missbrauchs zurücknahm.

Das Landgericht hatte den damals 47-Jährigen in seinem Urteil vom Dezember 2015 als hochgradig gefährlich beschrieben. Vor dem BGH wollte der Mann vor allem die Aufhebung der Sicherungsverwahrung erreichen. Die Richter halten die Kombination mit der lebenslangen Freiheitsstrafe aber für „grundsätzlich möglich und verhältnismäßig“.

dpa

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