Tragödie auf der A9

Nach dem dramatischen Busbrand: Ermittlungen gehen weiter

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Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sprach nach dem Busunglück von einem „Inferno“.

Zwei Tage, nachdem in einem ausgebrannten Reisebus 18 Menschen verunglückten, sucht die Polizei noch immer händeringend nach Antworten: Wie konnte es zu dem ungeheuerlichen Unfall kommen?

Münchberg - Nach der Brandtragödie mit 18 Todesopfern auf der Autobahn 9 in Oberfranken führen Polizei und Staatsanwaltschaft ihre aufwendigen Ermittlungen weiter. Ein Reisebus aus Sachsen Richtung Gardasee war am Montagmorgen bei Münchberg in Bayern auf einen Sattelzug aufgefahren und daraufhin komplett ausgebrannt. „Hier steht jetzt so viel Arbeit an“, sagte eine Polizeisprecherin am Mittwoch in Bayreuth. Vor allem Sachverständige seien nun am Zug, um die Unfallursache zu klären. Zu technischen Details am Unglücksbus äußerte sich die Polizei nicht. Auch die Identifizierung aller Todesopfer dauert noch an.

Die politischen Debatten reißen nicht ab

Nach dem Busunfall mit 18 Toten fordert aber beispielsweise der ADAC strengere gesetzliche Vorgaben für den Einsatz von Notbremsassistenten. Für neu zugelassene Busse und Lastwagen sind diese seit 2015 vorgeschrieben - müssen aber etwa bei Lkw mit mehr als acht Tonnen das Tempo nur um zehn km/h drosseln können. „Im November 2018 kommt eine Verschärfung, dann müssen sie bis zu 20 km/h verringern können", sagte eine Sprecherin des Autoclubs. 

ADAC: Gesetze für Notbremsassistenten müssen verschärft werden

Die gesetzlichen Vorgaben müssten schärfer werden: „Ein Bus fährt bis zu 100 km/h. Bei der Masse, die da kommt, reicht das nicht.“ Zumal die Zahl der Baustellen auf Jahresfrist um ein Fünftel gestiegen sei. „Es gibt also auch immer mehr Staus, wo solche Unfälle passieren.“

Der ADAC hatte Lkw-Notbremsassistenten getestet und als effektiv beurteilt. Eine ähnliche Untersuchung mit solchen Systemen für Pkw ergab, dass die Sensoren gut bei der Erkennung von Hindernissen funktionieren. Allerdings gab es Probleme bei nasser Fahrbahn und wenn bestimmte Sensoren abgedeckt waren wie es etwa durch Laub oder Vogelkot passieren könnte. Insgesamt kam der Autoclub aber zu dem Urteil, ein Notbremsassistent stelle neben dem Elektronischen Stabilitätsprogramm den bestmöglichen Unfallschutz dar. „Deshalb sind die Hersteller aufgefordert, sie zuverlässig zu konstruieren und serienmäßig für alle Fahrzeugklassen anzubieten.“

Die Sprecherin sagte: „Die Systeme müssen ausgereifter werden.“ Nach dem Gurt und dem Airbag sei der Notbremsassistent aber sicher ein guter Schutz bei Unfällen. Laut ADAC-Unfallforschung sind knapp ein Viertel aller Unfälle in Deutschland mit Personenschäden Auffahrunfälle. „Rund 40 Prozent davon wären durch den Einsatz eines Notbremsassistenten zu vermeiden.“ Dank der Systeme könnte der Fahrzeugbesitzer auch Kosten für sonst entstandene Schäden sparen.

dpa

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