"Die katholische Kirche hat bezahlt"

Mysteriöser deutscher Zechpreller beschäftigt italienische Polizei

Die Polizei in Florenz beißt sich derzeit an einem deutschen Serien-Zechpreller die Zähne aus. In Dutzenden Lokalen hinterließ er kryptische Botschaften und weigerte sich die Zeche zu zahlen. 

Die Polizei in Florenz beißt sich seit einiger Zeit die Zähne an einem deutschen Serien-Zechpreller aus. Wenn ihm in einem Gastronomiebetrieb die Rechnung präsentiert wird, weigert sich der mindestens drei Sprachen sprechende Mann zu zahlen, wie der "Corriere della Sera" in seiner Dienstagsausgabe berichtet. Mit der lapidaren Bemerkung "Die Italiener werden zahlen. Ich bin Deutscher" verlasse er dann das Lokal.

Im alteingesessenen Caffè Giacosa hinterließ der Gast eine Notiz des Inhalts "Die katholische Kirche hat bezahlt", wie es in dem Bericht hieß. Ähnlich nonchalant verhielt sich der 38-Jährige nach dem Genuss einiger Whiskys in der beim berühmten Rathaus gelegenen Bar Palazzo Vecchio. Ebenso wenig bezahlte er ein mit einem Chianti Classico heruntergespültes Entrecôte in einem prestigeträchtigen Restaurant der Umgebung.

Örtliche Polizisten haben Roland S. wiederholt zur Rede gestellt und verwarnt. Aber bisher gelang es ihnen nicht, dem Deutschen beizukommen, den sie als gewieften Schwindler mit guten Umgangsformen beschreiben.

Das Nichtbezahlen der Rechnung für genossene Speisen und Getränke fällt in Italien strafrechtlich in eine Grauzone. Im vergangenen Jahr hob das Oberste Gericht des Landes die Gefängnisstrafe für einen Obdachlosen auf, der Käse und Fleischwaren im Wert von 4,07 Euro gestohlen hatte. Die juristisch relevante Frage ist, ob die von den Richtern angeführte Begründung, der Mann habe unmittelbar seinen Hunger stillen müssen, auch für den deutschen Schlemmer zutrifft.

AFP

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