Um ihren Standpunkt klarzustellen

Mutter löst mit Baby-Post bei Facebook Riesenprotest aus

Eine sechsfache Mutter will mit einem provokanten Facebook-Post die Rechte für Babys stärken. Damit löst sie einen Sturm der Entrüstung aus - und das gleich aus zwei Gründen.

Los Angeles - Enedina Vance hat ihr Ziel offensichtlich erreicht. Und dennoch ist die sechsfache Mutter überrascht von der großen Resonanz auf ihren provokanten Facebook-Post. Dieser beinhaltet ein Foto, auf dem ihre sechs Monate alte Tochter dem Betrachter entgegenlächelt. Dabei sticht besonders das Piercing auf der linken Wange der Kleinen heraus. Ein Fake, der nicht jedem sofort ins Auge zu springen scheint.

Vance wird jedenfalls nach eigenen Angaben seither mit Hass-Mails nur so überschüttet - wegen des Piercings, aber auch wegen ihrer klaren Position. Denn mit dem Post will sie wachrütteln, wie sie Yahoo verrät: „Jeder Mensch hat das Recht, über seinen eigenen Körper entscheiden zu können - warum also nicht Kinder?“ Für sie seien Piercings in Ohren der Kleinsten ebenso ein No-Go wie solche in anderen Körperteilen: „Viele verstehen noch immer nicht, dass jede Veränderung am Körper aus demselben Grund gemacht wird - wegen der Ästhetik.“

Alles begann mit der Frage nach Beschneidung

Sie selbst sei mit dem Thema während ihrer ersten Schwangerschaft in Berührung gekommen. Damals habe der Arzt sie gefragt, ob der Nachwuchs beschnitten werden solle. „Darüber habe ich vorher niemals nachgedacht, weil ich in einem reinen Frauenhaushalt aufgewachsen bin“, erklärt Vance. Also habe sie sich über das Thema informiert und Erschreckendes herausgefunden: „Meine Recherche hat ergeben, dass Beschneidungen im Genitalbereich keinerlei Vorteile für die Gesundheit mit sich bringen. Studien haben sogar ergeben, dass es zu lebenslangen Beeinträchtigungen kommen kann. Auch wenn in den USA medizinische Gründe dafür angegeben werden, ist das falsch.“

Folglich habe sie keinen ihrer drei Söhne beschneiden lassen - im Einvernehmen mit ihrem Mann, der seinen beiden Jungs aus einer vorigen Partnerschaft diese Prozedur nicht erspart hatte. Das Thema wird jedoch auch in ihrem Freundeskreis kontrovers diskutiert - so seien Freunde regelrecht geschockt gewesen, als sie erfahren haben, dass Vance sich gegen eine Beschneidung entschieden habe. Ähnliche Reaktionen ruft sie nun also auch mit ihrem Post hervor - der nicht nur wegen des entsprechenden Hashtags vor Sarkasmus nur so trieft.

Der Facebook-Post im Wortlaut

„Ich habe das Grübchen meiner Tochter gepierct.

Das sieht so süß aus! Sie wird es lieben! Wenn sie älter ist, wird sie mir dafür danken. Falls sie es nicht mag, kann sie es einfach entfernen lassen – keine große Sache.

Ich bin das Elternteil, sie ist MEIN KIND, ich kann machen, was immer ich will!! Ich treffe alle Entscheidungen bis zu ihrem 18. Geburtstag für sie. Ich habe sie auf die Welt gebracht, also gehört sie mir!! Ich brauche von niemandem die Erlaubnis, denn ich denke, es ist so besser und habe es vorgezogen, ihr Grübchen zu piercen. Das ist kein Missbrauch!! Sonst wäre es illegal gewesen, aber das ist es nicht. Andere Menschen piercen ihre Babys jeden Tag, da gibt es keinen Unterschied.

MEIN BABY, MEINE ENTSCHEIDUNG!! ELTERN ENTSCHEIDEN, DAS IST DA RECHT DER ELTERN!!

Verurteilt mich nicht dafür, jeder erzieht seine Kinder anders, es geht euch auch nichts an!!“

mg

Rubriklistenbild: © Facebook/Enedina Vance

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