Stammen sie von Hinrichtungsopfern?

Menschliche Schädel aus Afrika werden in Berlin untersucht

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Igor Cesar (l.), Botschafter der Republik Rwanda, und Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, nehmen in Berlin an einer Pressekonferenz zum Start des Provenienzforschungsprojekts zur anthropologischen Sammlung menschlicher Schädel teil.

1100 Schädel aus Deutsch-Ostafrika sollen in Berlin untersucht und in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden. Das Projekt soll als Vorbild für den Umgang mit menschlichen Überresten dienen.

Berlin - Etwa 1100 menschliche Schädel, die aus der ehemaligen Kolonie Deutsch-Ostafrika stammen, sollen in Berlin untersucht und gegebenenfalls in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden. Zusammen mit Wissenschaftlern aus Ruanda, Tansania und Burundi startet die Stiftung Preußischer Kulturbesitz damit ein Projekt, das Vorbild für den Umgang mit menschlichen Überresten in Museen und anthropologischen Sammlungen sein soll, wie Stiftungspräsident Hermann Parzinger am Donnerstag sagte.

Die Schädel waren in der Wende zum 20. Jahrhundert vom Mediziner und Anthropologen Felix von Luschan (1854-1924) am Berliner Museum für Völkerkunde zusammengetragen worden. Ursprünglich bestand die Sammlung aus 6000 Schädeln aus aller Welt, von denen heute noch rund 5000 vorhanden sind. Davon konnten 1100 Ostafrika zugeordnet werden.

Bis 2011 gehörten die Reste zur medizinhistorischen Sammlung der Charité. Sollte es sich herausstellen, dass Schädel von Hinrichtungsopfern der Kolonialherren stammen, müsse auch über eine Rückgabe gesprochen werden, sagte Bernhard Heeb vom Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte. Nach bisherigen Erkenntnissen sei dies aber nicht der Fall.

dpa

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