Mit der Flut zurück ins Meer

Mehr als drei Dutzend Wale in Neuseeland gestrandet

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Helfer versuchten verzweifelt, die Wale zurück ins offene Meer zu bugsieren. Foto: Jose Watson/Department of Conservation

Neues Walsterben in Neuseeland: Insgesamt 38 Tiere stranden an der Westküste. Alle Versuche, sie zu retten, bleiben ohne Erfolg.

Wellington (dpa) - Auf der Südinsel Neuseelands sind mehr als drei Dutzend Grindwale gestrandet und zumeist qualvoll verendet. Die 38 Tiere waren an einem einsamen Strand in der Nähe der Gemeinde Haast an der Westküste des Pazifikstaats an Land geraten.

Die meisten starben innerhalb weniger Stunden, die letzten zwölf noch lebenden Wale wurden heute eingeschläfert. Die Tiere waren am Mittwoch nahe einer Flussmündung entdeckt worden. Viele trieben schon bewegungslos im seichten Wasser oder lagen im Sand. Helfer versuchten verzweifelt, die noch lebenden Wale zurück ins offene Meer zu bugsieren - ohne Erfolg. Die zuständige Meeresschutzbehörde DOC erklärte die Bemühungen schließlich für gescheitert. In Absprache mit Vertretern der Maori-Einwohner, die in der Region zuhause sind, wurden die Tiere eingeschläfert.

"Wir haben alles versucht", sagte DOC-Sprecher Wayne Costello. "Die Helfer haben sie aufgerichtet, sie gekühlt und vor der Sonne geschützt." Die schwere See und die Lage der Lagune hätten verhindert, dass die Tiere zurück ins offene Meer gelangten. Costello sprach von einer "schwierigen Entscheidung". Auch Tierschützer seien beteiligt worden. Grindwale, auch Pilotwale genannt, werden bis zu acht Meter lang und erreichen ein Gewicht von bis zu drei Tonnen.

In der Region kommt es immer wieder vor, dass sich Wale an Strände verirren. Erst vor knapp zwei Wochen waren mehr als 150 Wale an der Westküste in einer Bucht südlich der australischen Großstadt Perth gestrandet, die meisten von ihnen Kurzflossen-Grindwale. Im vergangenen Jahr hatte es eine Massenstrandung von mehr als 300 Walen gegeben.

Experten rätseln noch, wie es dazu kommt. Die Walschutzorganisation Projekt Jonas vermutet als eine Ursache, dass ein verletztes oder krankes Leittier seinen Orientierungssinn verliert und die anderen ihm folgen. Möglich sei auch, dass die Wale in eine ungünstige Strömung geraten oder auf der Flucht vor Räubern in zu flaches Wasser gelangen.

Grindwale leben in Gruppen mit ausgeprägter Sozialstruktur. Sie folgen immer einem Leittier, meist einem Männchen. Grindwale wurden einst intensiv bejagt, viele Bestände brachen zusammen. Heute ist die Verschmutzung der Meere eine große Gefahrenquelle, weil sich in den Organen und der Speckschicht der Tiere viele Umweltgifte anreichern.

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