Hektik am Mittwochmorgen

Wegen eines Verbrechens mussten zehntausende Abiturienten plötzlich andere Prüfungen ausrechnen

Hektik in den Sekretariaten der Gymnasien: Nach einer Panne musste an den Gymnasien bundesweit ein Teil der Mathematik-Abituraufgaben ausgetauscht werden.

Update 2. Mai, 17.20 Uhr: 

Mit Ersatzaufgaben im Fach Mathematik haben am Mittwoch für 39 000 bayerische Schüler die Abiturprüfungen begonnen. Nach einem Einbruch in ein Gymnasium im niedersächsischen Goslar musste ein Teil der ursprünglich vorgesehenen Aufgaben ausgetauscht werden, wie das Kultusministerium in München mitteilte. Trotzdem hätten die Prüfungen pünktlich beginnen können.

Weil sich die Länder bei den schriftlichen Abiturprüfungen teilweise aus einem gemeinsamen Aufgabenpool bedienen, waren auch andere Bundesländer - darunter Bayern - betroffen. Die abgestimmten Prüfungen sollen zu einer besseren Vergleichbarkeit der Schulabschlüsse in Deutschland beitragen.

Zwar hätten es die Einbrecher den Erkenntnissen nach nicht primär auf die Prüfungsaufgaben abgesehen gehabt, teilte das niedersächsische Kultusministerium mit. Jedoch habe nicht ausgeschlossen werden können, dass sie Aufgaben kopierten.

Auf dem Weg zur Hochschulreife müssen sich die Jugendlichen im Freistaat zwei weiteren schriftlichen Prüfungen stellen, und zwar wahlweise in einem naturwissenschaftlichen Fach oder einer Fremdsprache sowie in Deutsch. Im Juni folgt die mündliche Prüfung, wie das Kultusministerium mitteilte. Offiziell beendet ist für die Abiturienten ihre Schulzeit am 29. Juni mit der Zeugnisverleihung.

„Irritationen schaden den Schülerinnen und Schülern immer, Unruhe schadet an so einem Tag immer“, kommentierte die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Simone Fleischmann, den Vorfall in Niedersachsen und seine Folgen. „Jetzt ist hier was passiert, wo man Schadensbegrenzung betreiben musste. Das macht immer ungute Stimmung, gerade am ersten Tag, das verbreitet Hektik, aber was will man machen?“, sagte sie dem Radiosender Antenne Bayern.

dpa

Erstmeldung

München - Grund ist nach Informationen des Münchner Merkur* der Einbruch in einen Schultresor eines Gymnasiums, angeblich in Niedersachsen. Da ein Teil der Abituraufgaben in allen Bundesländern gleich ist, musste der Austausch bundesweit angeordnet werden. Zumindest in Bayern ging das reibungslos, berichtet Walter Baier, Chef der Direktoren-Vereinigung in Bayern und Leiter des Gymnasiums in Bruckmühl (Kreis Rosenheim). Gegen 6 Uhr sei die Mitteilung des Kultusministeriums über eine gesicherte Leitung online eingetroffen und wenig später auch Ersatzaufgaben verschickt worden.

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Rubriklistenbild: © picture alliance / Felix Kästle/ / Felix Kästle

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