"Folterähnlicher Missbrauch"

Polizei ermittelt: Es hat wieder eine Vergewaltigung in Malmö gegeben

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Im südschwedischen Malmö ist ein direkt vor einer Polizeiwache geparktes Polizeiauto explodiert.

Der Horror in Malmö geht weiter. In der Stadt in Schweden hat es wieder eine Vergewaltigung im Zentrum gegeben - es ist der fünfte Fall in kurzer Zeit.


Update vom 6. Januar: Im in die Schlagzeilen geratenem Malmö soll es wieder eine Vergewaltigung gegeben haben, wie sydsvenskan.se berichtet. Demnach gab die Polizei in Malmö den Verdacht eines erneuten sexuellen Übergriffs in der schwedischen Stadt am Mittwoch bekannt. Genau Angaben zum Täter gibt es noch nicht. Die Polizei möchte derzeit keine konkreten Angaben machen, hieß es weiter. Ob die erneute Vergewaltigung im Zusammenhang mit den anderen Übergriffen vom Dezember steht, ist ebenfalls offen. Eine direkte Verbindung konnten die Beamten bisher aber nicht feststellen. 

Update vom 29. Dezember: Die erschreckende Serie von Gruppenvergewaltigungen in Malmö geht weiter: In der Nacht auf Freitag ist offenbar erneut eine Frau in der südschwedischen Großstadt von mehreren Männern sexuell missbraucht worden, wie die Zeitung Sydsvenskan berichtet - es ist der vierte Fall binnen weniger Tage.

Das Opfer schaffte es dem Bericht zufolge nach der Tat im Viertel Högaholm am südlichen Stadtrand aus eigener Kraft nach Hause und alarmierte kurz vor 1 Uhr die Polizei. Lebensdrohliche physische Verletzungen erlitt die Frau angeblich nicht. Weitere Einzelheiten zum Fall wurden zunächst nicht bekannt.

Schock in Malmö: Drei Gruppenvergewaltigungen in kürzester Zeit - 17-Jährige angezündet

Ob die Tat in direktem Zusammenhang mit den vorausgegangenen schweren Übergriffen steht, ist noch unklar. „Wir haben keine offensichtlichen Übereinstimmungen zwischen den Fällen gesehen, aber wir können nicht ausschließen, dass sie irgendwie zusammenhängen“, sagte Polizeisprecher Nils Norling der Boulevardzeitung Aftonbladet.

Polizeiauto in Malmö explodiert

Im südschwedischen Malmö ist ein direkt vor einer Polizeiwache geparktes Polizeiauto explodiert. Verletzt wurde dabei am Freitagabend niemand, wie die Polizei mitteilte. Sie sucht nun allerdings einen Verdächtigen. Augenzeugen sollen gesehen haben wie jemand vom Tatort weggelaufen sei. Kriminaltechniker untersuchten am Abend das Auto, auch das nationale Bombenkommando sei im Einsatz. Zu einem möglichen Motiv machte die Polizei keine Angaben.

Serie von Gruppenvergewaltigungen in Malmö: Eine Stadt unter Schock

Malmö - Eine Stadt verfällt in Schockstarre: Drei brutale Vergewaltigungen innerhalb kürzester Zeit sorgen für Angst und Schrecken in Malmö (ca. 300.000 Einwohner). Mitte Dezember ist eine 17-Jährige auf einem Spielplatz im Stadtteil Sofielund sexuell missbraucht worden, wie aftonbladet.se berichtet. Kurz zuvor, im November, gab es Gruppenvergewaltigungen in Södervärn und Segevång. Die Polizei hielt sich zunächst mit konkreten Informationen zurück, spricht aber von "folterähnlichem Missbrauch" und "sehr ernster Gewalt". Die Situation in Malmö ist angespannt. 

17-Jährige bestialisch missbraucht und angezündet

Ein Polizist sagte schwedischen Medien, er habe so einen grausamen Fall in seinen 35 Jahren als Beamter noch nicht erlebt. Nach und nach kommen immer mehr Details der schockierenden Verbrechen ans Licht. Nach Angaben der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“ soll die Minderjährige auf bestialische Art und Weise vergewaltigt worden sein. Die noch unbekannten Täter sollen die 17-Jährige erst vergewaltigt und ihr anschließend eine brennbare Flüssigkeit in den Schoß gegossen haben. Danach sollen sie die 17-Jährige angezündet haben. Wie schlimm die Verletzungen sind, ist nicht genau bekannt. Die Polizei sprach zunächst von leichteren Verletzungen, heute.at spricht hingegen von schlimmeren Verletzungen und beruft sich auf schwedische Medien. 

Auch Wochen nach der grausamen Tat sind nicht alle Täter gefasst. Einer der mutmaßlichen Täter sei mittlerweile verhaftet. Er konnte mittels einer Überwachungskamera überführt werden. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen und setzt dabei auch spezielle Suchhunde ein. Bei den Vierbeinern handelt es sich aber nicht um "gewöhnliche" Spürhunde, sondern um auf Blut und Sperma spezialisierte Vierbeiner - sie sind speziell auf den Geruch von Sperma ausgebildet und sollen dabei helfen, die Täter zu ermitteln. Bis jetzt weiß die Polizei nur soviel: Die drei Vergewaltigungen sind von unterschiedlichen Tätern verübt worden. Angeblich stehen die Verbrechen nicht im Zusammenhang.

In kleinen Gruppen gehen Menschen in Malmö sogar auf Patrouille, um Mitbürger vor Übergriffen zu schützen.

Die Vorfälle zogen viele Proteste nach sich: Hunderte Menschen haben nach den Vergewaltigungen in den Strassen Malmös gegen die angebliche Untätigkeit der Polizei demonstriert. In kleinen Gruppen gehen Menschen in Malmö sogar auf Patrouille, um Mitbürger vor Übergriffen zu schützen. Der stellvertretende Mälmöer Polizeichef hat Frauen vor Weihnachten geraten, sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr alleine draußen aufzuhalten. Kurze Zeit später sagte Mats Karlsson aber, dass es sich hierbei um eine unpassende Formulierung handelte:"Wir wollen die Menschen nicht davon abhalten, nach draußen zu gehen. Das war eine unglückliche Formulierung“, so Karlsson.

Schwedens Regierung beschließt schärferes Gesetz zu Vergewaltigungen

Die rot-grüne Regierung in Schweden hat Mitte Dezember eine Gesetzesverschärfung zur Bekämpfung von Vergewaltigungen auf den Weg gebracht. Der Entwurf sei am vergangenen Donnerstag im Kabinett beschlossen worden, sagte ein Sprecher des Justizministeriums. Er muss aber noch mehrere Schritte durchlaufen, bevor er im März ins Parlament kommen kann. Schweden will gesetzlich festlegen, dass beide Partner ausdrücklich und erkennbar mit Geschlechtsverkehr einverstanden sein müssen. Alles andere wird als Vergewaltigung gewertet. Die Regelung soll im Sommer in Kraft treten.

Im Unterschied zur bisherigen Gesetzgebung wird damit künftig jede sexuelle Handlung strafbar, die nicht im gegenseitigen Einverständnis geschieht - unabhängig davon, ob das Opfer seinen Widerstand durch Worte oder Handlungen zum Ausdruck gebracht hat oder nicht. Passivität soll nicht länger als „stilles Einverständnis“ interpretiert werden können. Die Beweislast werde dadurch jedoch nicht umgekehrt, sondern liege weiter beim Kläger, betonte das Ministerium.

Die internationale Debatte über sexuelle Belästigung habe gezeigt, warum ein solches Gesetz gebraucht werde, hatte Vize-Regierungschefin Isabella Lövin bei Vorstellung des Entwurfs gesagt. In Schweden wurde die Verschärfung allerdings bereits im vergangenen Jahr und damit deutlich vor der „MeToo“-Kampagne diskutiert und angestoßen.

Matthias Kernstock

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