Ministerinnen ohne Kompromiss

Leichterer Abschuss von Wölfen? Ministerien weiter uneins

Wölfe sind streng geschützt - haben sich in den vergangenen Jahren aber stark vermehrt und greifen immer wieder Nutztiere an. Foto: Carsten Rehder
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Wölfe sind streng geschützt - haben sich in den vergangenen Jahren aber stark vermehrt und greifen immer wieder Nutztiere an. Foto: Carsten Rehder

Berlin (dpa) - Im Streit um den Umgang mit Wölfen haben Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) bei einem Treffen keine schnelle Lösung gefunden. "Wir sind noch in Gesprächen", teilten die Ministerien dazu am Donnerstag mit.

Es geht um die Frage, ob der Abschuss von Wölfen erleichtert werden soll. Die Tiere sind streng geschützt, haben sich in den vergangenen Jahren in Deutschland aber stark vermehrt und greifen immer wieder Nutztiere an, etwa Schafherden. Klöckner hatte Schulze gebeten, künftig eine "gemäßigte Bestandsregulierung" zu ermöglichen, nicht nur den Abschuss einzelner, besonders auffälliger Tiere.

Die Naturschutzorganisation WWF begrüßte das Treffen der Ministerinnen, mahnte aber, dass eine pauschale Bejagung von Wölfen den Weidetierhaltern nicht helfe. Um sie zu unterstützen, müssten sie sich um die wirklichen Probleme dieser Berufsgruppe kümmern. "Sie benötigen gute individuelle Beratung, Geld für geeignete Zäune, angemessene Entschädigung für den Arbeitsaufwand, der beim Herdenschutz durch den Wolf anfällt, passend ausgebildete Herdenschutzhunde und unbürokratische Ausgleichszahlung im Fall von Schäden", sagte Diana Pretzell vom WWF.

Dagegen sagte der jagdpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Karlheinz Busen: "Immer mehr Wölfe reißen Weidetiere, was zu Existenzsorgen bei Weidetierhaltern führt." Die einzig wirksame Lösung sei, die Zahl der Wölfe durch eine Bejagung zu regulieren. "Denn elektrische Schutzzäune und Herdenschutzhunde helfen nur wenig."

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