Sexueller Missbrauch

Kinderschützer appellieren: Bei Verdacht aktiv werden!

Sexuelle Gewalt bedeutet für Kinder extreme Hilflosigkeit, Verstörung bis hin zu Todesangst und oft lebenslange Traumatisierung. Für Eltern und Verwandte gebe es oft Warnzeichen, sagt Irene Johns (DKSB).

Kiel - Etwa wenn Kinder unvermittelt verstummen, resignieren oder aggressiv werden, wenn sie sich plötzlich selbst verletzten oder sexualisiertes Verhalten zeigen, dann könnten das Anzeichen für Missbrauch sein, erläutert die Kinder-und Jugendpsychologin Irene Johns, Vorsitzende des schleswig-holsteinischen Landesverbands des Deutschen Kinderschutzbundes.

Bei Unsicherheit lieber Hilfe holen

Aufmerksame Familienmitglieder, Freunde und Betreuungspersonen etwa in Kitas sollten dann „immer nach möglichen Gründen fragen und sich bei Unsicherheit unbedingt Rat oder Hilfe holen, zum Beispiel beim nächsten Kinderschutz-Zentrum oder einer Fachberatungsstelle vor Ort“, fordert die Expertin.

Täter oft aus Familien- und Freundeskreis

Der Leiter des Kieler Kinderschutzbundes, Manuel Florian, verweist darauf, dass die Täter überwiegend aus dem direkten familiären Umfeld stammen - Familienangehörige, Nachbarn, Freunde, Personen, die die Kinder gut kennen. Kinder seien ihnen schutzlos ausgeliefert, denn sie nutzten deren Loyalität, verpflichten sie auch mit Drohungen zum Schweigen und würden ihnen die Schuld zuschieben.

Nur wenige Taten werden angezeigt

Laut polizeilicher Kriminalitätsstatistik wurden 2016 bundesweit fast 11 300 Verdachtsfälle auf Kindesmissbrauch registriert, sagt Florian. Die Dunkelziffer sei extrem hoch. Geschätzt würde höchstens ein Viertel der Taten überhaupt bekannt, noch weniger würden angezeigt und nur in einem ganz kleinen Bruchteil käme es zur Verurteilung.

Für betroffene Kinder gehe es darum, alles zu tun, um ihnen wieder gute und sichere Lebensbedingungen zu schaffen. Ein normales, unbeschwertes Leben wie bei anderen Menschen sei ihnen oft nicht möglich.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.


Es gelten die Datenschutzbestimmungen unserer Webseite.

Meistgelesen

Bräutigam feiert Junggesellenabschied - Party nimmt für ihn tödliches Ende

Bräutigam feiert Junggesellenabschied - Party nimmt für ihn tödliches Ende

Angler finden Tigerpython an der Weser

Angler finden Tigerpython an der Weser

Temperatursturz zum kalendarischen Sommeranfang

Temperatursturz zum kalendarischen Sommeranfang

Fußball-Fans könnten hier und da im Freien nass werden

Fußball-Fans könnten hier und da im Freien nass werden

Achtjähriger von Lastwagen überrollt - tot

Achtjähriger von Lastwagen überrollt - tot

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Das könnte Sie auch interessieren