Wegen Unachtsamkeit

Kind stirbt nach Verzehr von Fischstäbchen - Vorwürfe an Schule

„Fish and Chips“ ist das Leibgericht in England. Dieses Essen wurde einem Neunjährigen jetzt zum Verhängnis. In einer Schulmensa in Birmingham hat er die Speise gegessen - und war kurze Zeit später tot.

Birmingham - Der Tag fing an wie jeder andere. Der neunjährige Ismaeel Ashraf besucht die islamische Schule Al-Hijrah School in Bordesley Green im Bezirk Birmingham. Beim Mittagessen wird in eine Kantine gebeten. An diesem Tag gibt es das typische englische Gericht „Fish and Chips“, das sind dicke Pommes und frittierter Backfisch, meist in Stückchen geschnitten wie bei Fischstäbchen. Der Junge isst davon - keine Stunde später beklagt er sich bei den Lehrern über starke Bauchschmerzen. Der Neunjährige wird von einer Ambulanz abgeholt und ins Heartlands Hospital gebracht. Kurze Zeit später verstirbt der Junge aber im Krankenhaus. Der Grund: ein allergischer Schock! Ismaeel durfte gar keinen Fisch essen - das Schlimme daran, was jetzt die große Debatte vom Zaun bricht: Das Schulpersonal wusste ganz genau über die Allergien ihrer Schüler Bescheid.

Wie kann so etwas passieren?

Wie die Daily Mail berichtet, führt die Schule ein sogenanntes rotes Buch, in dem alle diätetische Aufzeichnungen einschließlich Allergien aufgelistet sind. So auch die von Ismaeel. So wurde herausgefunden, dass die Küchenhelferin Gemma Sheedy ihren Küchenchef noch gefragt habe, ob Ismaeel die Fischstäbchen mit Pollock (ein spezieller Nordatlantikfisch) haben könnte. Dieser bestätigte, der Neunjährige könne das Gericht essen. Allerdings steht im Buch, dass der Junge auf vieles allergisch reagierte: Kiwis, Milchprodukte, Nüsse und Thunfisch in Sole - aber auch Fisch im Allgemeinen stand auf der Liste. Küchenhelferin Gemma Sheedy ist schockiert: „Mir wurde gesagt, Ismaeel dürfte den Fisch essen. Ich verließ die Schule. Ein Kollege erzählte mir erst später, dass der Junge eine allergische Reaktion auf Fisch hat. Als wir dann im Buch nachsahen, waren wir alle schockiert, denn darin steht explizit, dass Ismaeel keinen Fisch essen darf.“ 

Auf Nachfrage des Gerichts, ob die Schule unachtsam auf den medizinischen Notfall reagiert habe, antwortet die Direktorin der Schule, Louise Hunt, folgendermaßen: „Er wurde an die Rezeption der Schule geschickt und dort mit Pirotin behandelt. Er fragte auch nach einem Inhalator, weil er Probleme mit seiner Atmung hatte. Ein Mitarbeiter der Schule blieb so lange bei ihm, bis der Krankenwagen kam. Dort bekam er Adrenalin.“ Die Ambulanz nahm den Jungen mit ins Krankenhaus, doch es war zu spät. Sein Vater Tehseen (38) trauert: „Er war sehr reif. Jedes Mal wenn wir einkaufen gingen, holte er sich das Essen, das er mag. Das erste was er tat, war es, die Zutaten zu überprüfen. Er ist kurz vor den Osterferien gestorben. Er hatte noch so viele Pläne, was er mit der Familie in den Ferien machen wollte.“

Image der Schule nicht sonderlich gut

Inzwischen wird die umstrittene Schule von einem Gericht überwacht - gegen die Schule wird ermittelt. Der Staat hat die Aufgabe übernommen, der Sache auf den Grund zu gehen. Nicht nur Ismaeels Tod soll geklärt werden, auch soll untersucht werden wie es um die Schule im Allgemeinen steht. Das Image der Schule ist nämlich nicht sonderlich positiv. Ein Bildungswächter gab dieses Jahr einen kritischen Bericht heraus, der zeigte, dass Mobbing, ein chaotischer Spielplatz und unsichere Schüler an der Tagesordnung stehen. Schulmitarbeiter erzählten den Inspektoren zudem, dass sie nicht wussten, was in medizinischen Notfällen zu tun war. Zudem wurden Bücher in der Schulbibliothek gefunden, die höchst kontrovers sind. Diese Bücher besagen nämlich, dass der Ehemann seine Frau schlagen darf und darauf bestehen kann, Sex gegen ihren Willen zu haben.

nm

Rubriklistenbild: © dpa Symbolbild

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