Passantin wird zur Not-Hebamme

Junge kommt in Dortmunder U-Bahn-Station zu Welt

Dortmund - Eine werdende Mutter in Dortmund dachte, sie hätte noch eine Woche Zeit bis zur Geburt ihres Sohnes. Doch der Kleine hatte es offenbar besonders eilig.

In Dortmund ist ein Baby in einer U-Bahn-Station zur Welt gekommen. Der kleine Hassan hatte es am Mittwoch so eilig, dass es die 29-jährige Mutter nicht mehr bis in den Kreißsaal schaffte, wie das Klinikum Dortmund am Freitag mitteilte. 

Die Familie war zuvor durch die Stadt spaziert, als die schwangere Frau Druck im Unterleib verspürte. Weil das Kind erst in einer Woche auf die Welt kommen sollte, machte sich die Familie mit der U-Bahn auf den Heimweg - kam aber nur bis zu der Station, die direkt unter dem Krankenhaus liegt. 

Eine Passantin, die die vor Geburtsschmerzen wimmernde Frau auf der Bank sitzen sah, sagte später: „Am Anfang dachte ich noch, der jungen Frau wäre irgendwie eine Narbe geplatzt. Ihr Bauch war halt auch relativ klein. Aber dann sah ich schon das Köpfchen.“ 

Die unverhoffte Ersthelferin schickte den Vater hoch zur Klinik, um fachmännische Hilfe zu holen. „Ich bin noch nie so schnell gerannt“, erinnerte sich die Hebamme des Klinikums danach. Die Passantin half dem kleinen Jungen auf die Welt, während eine ältere Dame der Mutter die Hand streichelte. Bescheiden kommentierte sie später: „Ich solchen Momenten denkst Du nicht großartig nach, da funktionierst Du irgendwie.“

Als das herbeieilende Kreißsaalteam ankam, war der Junge schon auf der Welt. Die hilfreiche Passantin war heilfroh über das Eintreffen der Profis: „Ich hätte mich, glaube ich, nicht getraut, die Nabelschnur zu durchtrennen.“ 

Der Kleine sei „putzmunter“, so das Klinikum, das auf seiner Webseite ein Foto der glücklichen Eltern samt Nachwuchs sowie den Helfern stellte.

dpa/hn

Rubriklistenbild: © picture alliance / Daniel Karman (Symbolbild)

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