Biene, Hornisse, Käfer, Schmetterling?

Achtung, Insekt nicht töten! Es drohen Bußgeld und Gefängnis

Biene
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Insekten dürften davon profitieren, dass Glyphosat in Deutschland nur noch eingeschränkt benutzt werden darf.

Viele Insekten sind streng geschützt - so streng, dass sogar eine Gefängnisstrafe droht, sollte man die Tierchen verletzen oder töten. Die Strafen unterscheiden sich je nach Bundesland.

Jeder kennt es - im Sommer gemütlich auf dem Balkon oder der Terrasse sitzen, frühstücken oder ein Feierabendbier genießen bedeuten für viele Deutsche die pure Entspannung. Doch dann: ein Summen, ein Sirren, ein Schwirren. Insekten aller Art tummeln sich rund um die reich gedeckte Tafel. In vielen Fällen führt das dazu, dass man sich nicht mehr wohlfühlt und eine Falle wird aufgestellt, um die nervigen Gäste während des Essens loszuwerden. Doch das kann ganz schön teuer werden, wenn man dabei Insekten tötet, die unter Naturschutz stehen, berichtet echo24.de*. Je nach Bundesland werden bis zu 50.000 Euro Bußgeld fällig. Doch für welche Tierchen gilt die Strafe, und wo wird es so richtig teuer?

Zunächst die gute Nachricht: Stechmücken dürfen immer ohne Sorge vor möglichen Strafen erschlagen werden. Mücken stehen hierzulande nicht unter Naturschutz. Auch die Asiatische Tigermücke, die als gefährlichstes Tier der Welt gilt und mittlerweile auch in Heilbronn nachgewiesen* wurde, darf getötet werden. Behörden geben sogar Tipps, wie man die Asiatische Tigermücke bekämpfen kann*. Dagegen sollte man andere vermeintliche Plagegeister besser in Ruhe lassen, wenn man kein teures Bußgeld zahlen will.

Biene, Schmetterling, Käfer: Diese Insekten sind besonders geschützt - Bußgeld droht

Das wohl prominenteste Beispiel ist hier die Biene. Sie gilt als wichtiges Tier in unserem Ökosystem. Laut Robin Moritz, dem Präsidenten der European Society for Bee Research würden etwa zwei Drittel der Nahrungsmittel auf der Welt verschwinden, sollte die Biene aussterben. Denn der Hautflügler bestäubt neben der Honigproduktion auch Pflanzen, damit diese Früchte produzieren können. Ohne Bienen, gäbe es schlicht keine Tomaten, kein Obst und keine Mandeln mehr.

Doch schon jetzt sinkt die Anzahl der Bienen in Deutschland. Laut bussgeldkatalog.org schätzt der Deutsche Imkerbund, dass sich die Zahl der Bienenvölker seit 1952 beinahe halbiert hat - von 2,5 Millionen auf nur noch 1,4 Millionen. Da die Bundesartenschutzverordnung die Bienen allerdings als „besonders geschützte Art“ betitelt, dürfen weder Honig- noch Wildbienen in der Natur gefangen, beschädigt oder getötet werden.

Geschützte Insekten: Fangen, Verletzen oder Töten kann teuer werden

Wer das doch tut und dabei erwischt wird, muss je nach Bundesland bis zu 65.000 Euro Strafe zahlen. Unter bestimmten Umständen ist das Bienen-Töten sogar strafbar. Wenn es sich um eine besonders geschützte Bienenart handelt, kann das vorsätzliche Töten im schlimmsten Fall sogar eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen.

  • Bis zu 65.000 Euro: Brandenburg
  • Bis zu 50.000 Euro: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
  • Bis zu 20.000 Euro: Mecklenburg-Vorpommern
  • Bis zu 10.000 Euro: Saarland
  • Bis zu 5.000 Euro: Rheinland-Pfalz

Dasselbe gilt allerdings auch für bedrohte Insektenarten wie Hornissen. Doch während diese oft als bedrohlich angesehen werden, sind auch sie eigentlich recht nützlich - und gar nicht so gefährlich, wie vielleicht angenommen. Hornissen gelten als weniger aggressiv als beispielsweise Wespen und ihr Gift ist erwiesenermaßen auch nicht gefährlicher als das einer kleineren Wespenart. Abgesehen von der horrenden Strafe sollte man Hornissen auch deshalb nicht töten, weil sie jede Menge Schädlinge wie Raupen, Heuschrecken oder Fliegen beseitigen.

Biene, Schmetterling, Käfer: Auch Nester zu zerstören ist verboten - was tun?

Aber auch weniger gefährdete Wespenarten und Hummeln dürfen nicht getötet werden. Hier ist das Bußgeld zwar deutlich geringer als bei Hornisse oder Biene - aber dennoch bewegt es sich in manchen Bundesländern im zweistelligen Tausenderbereich. Außerdem gilt für alle bisher genannten Insekten: Nicht nur das Töten einzelner Exemplare steht unter Strafe, sondern besonders das Zerstören oder eigenmächtige Entfernen ihrer Nester kann laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) heftige Folgen nach sich ziehen. Hier sollte immer die örtliche Naturschutzbehörde kontaktiert werden. Hornissen-, Wespen- oder Bienennester werden in der Regel von der Feuerwehr, Imkern oder Schädlingsbekämpfern entfernt.

Doch nicht nur auffällige Insekten wie Bienen oder Wespen stehen unter Naturschutz und dürfen deshalb nicht getötet werden - auch viele Schmetterlinge oder Käfer gelten als „streng geschützt“ oder „besonders geschützt“. Dabei hat man Rosenkäfer, Nashornkäfer, Goldkäfer, Bockkäfer oder Sandläufer oft gar nicht auf dem Schirm. All diese Arten sind bedroht und dürfen nicht getötet werden, auch ihre Larven stehen unter Naturschutz. Anders sieht das beispielsweise bei Mai- und Junikäfern aus. Sie und ihre Engerlinge dürfen immer bekämpft werden. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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