Nicht das einzige Kuriosum

Verrückt: In diesem Dorf ist es verboten zu sterben

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In Longyearbyen ist das Sterben verboten.

Können sie sich vorstellen, dass Menschen das Sterben an einem bestimmten Ort verboten wird? Genau das ist ein einem Dorf in Norwegen der Fall - der Grund ist kurios.

Longyearbyen - Lediglich 2.144 Einwohner hat das Dörfchen Longyearbyen auf der Insel Spitzbergen im Norden Norwegens. Die größte Besonderheit an dem kleinen Ort ist aber eine andere: Dort ist es nämlich verboten zu sterben.

Bitte was, sterben verboten? Sie haben richtig gelesen. Diese Regel ist aber keine Schikane, sondern basiert auf einer pedologischen Besonderheit.

In Longyearbyen gibt es nämlich Permafrostboden, das heißt der Boden ist durchgehend gefroren. Solche Böden haben eine aktive Oberschicht, unter der eine dauerhaft vereiste Schicht liegt.

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Kälte präserviert - aber nicht nur Leichen

Weil diese gefrorene Schicht genau in der Tiefe liegt, in der Leichen normalerweise vergraben werden, ist es dort nicht möglich, Menschen zu bestatten. Das Eis würde nämlich nicht nur die Leichen konservieren, sondern auch die Krankheiten, an denen manche der dort beerdigten Menschen gestorben sind.

Diese Problematik bemerkten die Bewohner von Longyearbyen erstmals 1950, als Untersuchungen ergaben, dass Leichen, die bei der Grippewelle von 1918 gestorben waren, noch immer nicht vollständig verwest waren. Dementsprechend trugen die Körper auch noch die Krankheitserreger der Grippe in sich, die damals 5 Prozent der Weltbevölkerung ausgelöscht hatte.

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Aus diesem Grund werden kranke und alte Menschen ins wärmere Oslo befördert und verbringen dort die letzten Tage ihres Lebens. Wenn es tatsächlich einen Notfall geben sollte, werden die Patienten ins nächste Krankenhaus eingeliefert, das zwei Stunden entfernt von Longyearbyen ist.

Um dieses System aufrechterhalten zu können, hat das Dorf kein Altersheim und versucht generell die Bevölkerung jung zu halten. Wenn Sie jetzt glauben, dass das das einzig Schräge in diesem Örtchen ist, liegen Sie aber falsch.

Eisbären, Waffen und ein Dönerstand

In Longyearbyen befinden sich unter anderem die nördlichste Bar, die nördlichste Bowlingbahn und der nördlichste kommerzielle Flughafen der Welt. Auch einen kulinarischen Rekord hat das Dorf zu bieten: Es ist die Heimat des weltweit nördlichsten Dönerstandes.

Neben dem Sterbeverbot gibt es außerdem weitere kuriose Regeln, die man beachten sollte. So ist eines der ersten Pflicht-Seminare an der örtlichen Universität - es gibt tatsächlich ein Universität in dem 2000-Einwohner-Dorf - ein Eisbären-Verteidigungskurs. Aufgrund der ständigen Bedrohung durch Eisbären ist es außerdem verpflichtend, eine Waffe bei sich zu tragen.

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Auch der Alkohol ist begrenzt

Doch auch an dieser Stelle ist noch nicht Schluss. Weil der Alkohol in Longyearbyen so knapp ist, werden allen Einkäufe von volljährigen Einwohnern auf einer Karte abgestempelt. Bei 24 Dosen Bier, zwei Flaschen Spirituosen und einem halben Liter Wein ist Schluss; mehr gibt es in einem Monat pro Bewohner nicht.

Katzen sind in dem norwegischen Dorf ebenfalls verboten, weil man die Polarvögel, die dort ansässig sind, nicht gefährden möchte. In der Nähe von Longyearbyen befindet sich außerdem das Svalbard Global Seed Vault; ein Projekt des Welttreuhandfods für Kulturpflanzenvielfalt und der größte Saatgutspeicher der Welt.

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sh

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