Gehege wurde geöffnet

In Bayern entflohener Wolf erschossen - noch vier Tiere frei

+
Ein Wolf im Tier-Freigelände im Nationalpark Bayerischer Wald. Foto: Patrick Pleul

Im Bayerischen Wald entkommen sechs Wölfe durch ein geöffnetes Tor in die Freiheit. Zwei Tage später leben nur noch vier.

Lindberg (dpa) - Einer der sechs aus einem Gehege im Bayerischen Wald entkommenen Wölfe ist am Sonntag erschossen worden. Versuche, das Tier zu fangen oder zu betäuben, seien gescheitert, teilte der Nationalpark Bayerischer Wald mit.

Ein anderer Wolf war kurz nach dem Ausbruch von einer Regionalbahn erfasst und getötet worden.

Die sechs Tiere waren in der Nacht zum Freitag aus ihrem Gehege bei Lindberg (Landkreis Regen) entkommen, weil ein Tor offen stand. Am Montag wurde klar: Unbekannte hatten zuvor das Gehege geöffnet. Das Vorhängeschloss sei entfernt worden, teilte die Polizei mit. Es sei nicht beschädigt worden und habe in der Nähe gelegen. Die Polizei ermittelt nun wegen eines möglichen Vergehens nach dem Tierschutzgesetz.

Nach zwei Tagen erfolgloser Suche hatte die Nationalparkverwaltung beschlossen, die Tiere abschießen zu lassen, wenn sie sich nicht einfangen ließen. "Wir können und werden hier zum Schutz der Menschen kein Risiko eingehen", sagte Nationalparkleiter Franz Leibl am Sonntag. Gehegewölfe seien in ihrem Verhalten nicht mit freilebenden Wölfen zu vergleichen. Sie zeigten gegenüber den Menschen wenig Scheu.

In dem Gehege bei Lindberg hatte ein Wolfsrudel mit insgesamt neun Tieren gelebt. Sie hätten ihr gesamtes Leben in menschlicher Obhut verbracht und seien in freier Wildbahn nicht lange Zeit überlebensfähig, erklärte die Nationalparkverwaltung.

Mehr als 30 Mitarbeiter des Parks waren in kleinen Teams sowohl mit Narkosegewehren als auch mit scharfer Munition ausgestattet seit Freitag im Gelände unterwegs. Helfer mit Wärmebildkameras und Nachtsichtgeräten hielten nach den Tieren Ausschau.

Die Wölfe einfangen zu können, werde zunehmend unwahrscheinlicher, da sie nicht mehr im Rudel unterwegs seien, hieß es. Sie bewegten sich allein oder zu zweit auf einer Fläche von etwa 50 Quadratkilometern.

Mehr zum Thema

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.


Es gelten die Datenschutzbestimmungen unserer Webseite.

Meistgelesen

Ist das der krasseste Diebstahl des Jahres? Sogar die Polizei ist sprachlos

Ist das der krasseste Diebstahl des Jahres? Sogar die Polizei ist sprachlos

Bräutigam feiert Junggesellenabschied - Party nimmt für ihn tödliches Ende

Bräutigam feiert Junggesellenabschied - Party nimmt für ihn tödliches Ende

Angler finden Tigerpython an der Weser

Angler finden Tigerpython an der Weser

Geiselnahme in Paris ist beendet: Täter verhaftet, Opfer in Sicherheit

Geiselnahme in Paris ist beendet: Täter verhaftet, Opfer in Sicherheit

Faustgroße Hagelkörner und viel Regen

Faustgroße Hagelkörner und viel Regen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Das könnte Sie auch interessieren