Hinauf zum Sternenhügel

Hunderttausende besuchen Passionsspiele in Mexiko-Stadt

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Der Kreuzweg von Iztapalapa ist einer der meistbesuchten in Lateinamerika. Foto: José Pazos Fabián

Der Kreuzweg von Iztapalapa gilt als einer der meistbesuchten in Lateinamerika. Ursprünglich dankten die Menschen mit den Passionsspielen dafür, dass sie von einer Cholera-Epidemie verschont wurden. Das Spektakel soll Weltkulturerbe werden.

Mexiko-Stadt (dpa) - Hunderttausende Menschen haben am Kreuzweg in Mexiko-Stadt teilgenommen. Sie begleiteten am Freitag den Jesus-Darsteller auf seinem Weg durch den armen Stadtteil Iztapalapa hinauf zum Sternenhügel, wo die Kreuzigungsszene nachgespielt wurde.

Begleitet wurde er von zahlreichen Legionären und "Nazarenos" - junge Männer, die mit dem Kreuz auf den Schultern Buße tun. Über 10 000 Polizisten sicherten das Spektakel in der Millionenmetropole.

Rund 850 000 Menschen verfolgten am Freitag den Kreuzweg am Straßenrand, wie die Bezirksbürgermeisterin Dione Anguiano sagte. Während der ganzen Karwoche besuchten über eine Millionen Menschen die verschiedenen Aufführungen.

Kurz vor Beginn der Passionsspiele musste der Jesus-Schauspieler ausgetauscht werden. Es stellte sich heraus, dass der junge Mann verheiratet ist. Das verstößt gegen die Anforderungen an den Hauptdarsteller. Kurzfristig musste ein neuer Protagonist für die Passionsspiele gefunden werden.

Mit 1,8 Millionen Einwohnern ist Iztapalapa der größte der 16 Bezirke von Mexiko-Stadt. Es ist zudem eines der ärmsten und gefährlichsten Viertel der Hauptstadt, aber in der Karwoche wird die riesige Siedlung zum religiösen Zentrum von Mexiko-Stadt.

Der Kreuzweg von Iztapalapa ist einer der meistbesuchten in Lateinamerika. Im Jahr 1833 kamen zahlreiche Dorfbewohner bei einer Cholera-Epidemie ums Leben. Zehn Jahre später begannen die Gläubigen, Gott mit den Umzügen dafür zu danken, dass er sie verschont hatte.

Seit Jahren bemühen sich Organisationskomitee und Bezirksverwaltung darum, die Passionsspiele von der Unesco als immaterielles Weltkulturerbe anerkennen zu lassen.

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