Bluttat in Paris 

Judenhass: Holocaust-Überlebende Mireille Knoll (85) ermordet

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Der Mord an der Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll (85) erschüttert Frankreich.

In Frankreich wurde die Holocaust-Überlebende Mireille Knoll (85) erstochen und verbrannt. Die Ermittler gehen von Judenhass als Tatmotiv aus.

Update vom 27. März 2018: Nun scheint es keinen Zweifel mehr zu geben. Wie das französische Nachrichtenmagazin L’Obs am Dienstag berichtet, wurden im Zusammenhang mit dem Mord an der Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll zwei Männer wegen eines antisemitischen Tötungsdeliktes angeklagt. Laut der österreichischen Zeitung Kurier handelt es sich bei einem der Tatverdächtigen um einen 35 jährigen Franko-Maghebiner, einen Nachbarn von Mireille Knoll, den das Opfer wohl kannte seit dieser ein Kind war. Wie die Zeitung berichtet, handelt es sich bei ihm um einen Islamisten.

Wie die Jüdische Allgemeine berichtet, war das die 85-Jährige zuvor mehrfach bei der Polizei erschienen, um sich über Morddrohungen eines Mannes aus ihrer Straße zu beschweren, der angekündigt habe, sie „zu verbrennen“. Laut dem jüdischen Dachverband CRIF (Conseil représentatif des institutions juives de France) und der Antisemitismus-Beobachtungsstelle BNVCA (Bureau National de Vigilance Contre l’Antisémitisme) weist der Fall Mireille Knoll Ähnlichkeiten mit der Ermordung der Pariser Ärztin Sarah Halimi (66) im April 2017 auf. Sie wurde von einem Nachbarn ermordet, dem aus Mali stammenden Kobili Traore. Er drang in Halimis Wohnung ein, misshandelte sie und warf sie aus dem dritten Stock. Die Behörden hatten auch in ihrem Fall Drohungen und antisemitische Beschimpfungen im Vorfeld der Tat nicht ernst genug genommen.

Mord an Holocaust-Überlebender Mireille Knoll sorgt in Frankreich für Empörung

Paris - Der antisemitisch motivierte Mord an einer 85-jährigen Jüdin hat in Frankreich für Empörung gesorgt. Die Pariser Staatsanwaltschaft beantragte am Montag Untersuchungshaft für zwei festgenommene Verdächtige, wie aus Justizkreisen verlautete. Die Verdächtigten sollten noch am Montag einem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau wegen ihres jüdischen Glaubens Opfer der Gewalttat wurde.

Einer der Täter stammte aus dem Bekanntenkreis der alten Dame

Die von Messerstichen übersäte und teilweise verbrannte Leiche der Frau war am Freitag in ihrer Pariser Sozialwohnung gefunden worden. Eine Nachbarin hatte die Feuerwehr wegen eines Brandes gerufen. Später stellte sich heraus, dass an mehreren Stellen in der Wohnung Feuer gelegt worden war. Am Wochenende wurden zwei Verdächtige festgenommen, unter ihnen ein Nachbar der greisen Dame.

Vertreter der jüdischen Gemeinde reagierten schockiert. Großrabbiner Haim Korsia sprach auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter vom "Horror des Verbrechens" und der "Gewalt der Peiniger". 

Der jüdische Dachverband Crif forderte von den Behörden "vollständige Transparenz" bei den Ermittlungen und rief für Mittwoch zu einem Gedenkmarsch auf.

Französischer Politiker formuliert Kampfansage an den Antisemitismus

Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte am Montag bei einem Besuch in Jerusalem, ein judenfeindliches Motiv erscheine "plausibel". Das zeige, wie wichtig der Kampf gegen den Antisemitismus sei.

Die am Freitag getötete 85-Jährige war nach Angaben ihres Sohnes 1942 nur knapp der Deportation entkommen. Sie war kurz vor einer Großrazzia gegen Juden in Paris nach Portugal geflohen.

AFP

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