Mehr als 100.000 Euro erbeutet

Fall Höxter: Folterpaar suchte auch in Bayern Opfer

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Das "Horror-Haus" von Höxter.

Höxter - Um weitere Opfer nach Höxter zu locken, inserierte das mutmaßliche Täterpaar auch in diversen bayerischen Blättern. Die Eigentümer haben zudem beschlossen, was mit dem "Horror-Haus" passieren soll.

Immer mehr Details über das mutmaßliche Täterpaar im Fall der beiden zu Tode gequälten Frauen im nordrhein-westfälischen Höxter kommen ans Tageslicht. Nun wurde bekannt, dass Wilfried W. und Angelika W. auch in Ostbayern nach weiteren Opfern gesucht hat. 

Demnach gaben sie November 2014 eine Kontaktanzeige in den Ausgaben der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung auf - mit folgendem Wortlaut: "Er, 44 J., aus Paderborn, 1,88 m, NR, dkl.-haarig, 99 kg, sucht fürsorgliche SIE für gemeinsame Zukunft, die zu ihm zieht. Alter Nebensache."

Auch in den Ausgaben der Mittelbayerischen Zeitung (MZ) und der Passauer Neuen Presse (PNP) habe das Paar eine Anzeige geschaltet, worauf sich laut MZ 18 Frauen meldeten. Die Staatsanwaltschaft Paderborn schließt nicht aus, dass auch in weiteren bayerischen Zeitungen Annoncen erschienen.

"Horror-Haus" soll abgerissen werden

Das Haus im Stadtteil Bosseborn soll nun abgerissen werden. Nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen wollen die Eigentümer das Gebäude zügig beseitigen, wie eine Miteigentümerin dem Westfalen-Blatt sagte. Dies sei gemeinsam beschlossen worden. Die Familie wünsche sich an der Stelle des Hauses ein Kreuz, das an die getöteten und misshandelten Frauen erinnere. 

Dem Bericht zufolge hatte die Eigentümerfamilie den kleinen Hof seit 2010 an das Paar vermietet. Die beiden hätten jeden Monat 500 Euro Kaltmiete bar bezahlt. Vereinbart gewesen sei ein Mietkauf: Bei regelmäßiger Zahlung wäre das Haus Ende 2017 in den Besitz der Mieter übergegangen. Bei zwei Monaten Rückstand sollte die Vereinbarung hinfällig sein - dies sei jetzt der Fall.

In dem Haus sollen mehrere Frauen misshandelt worden sein, mindestens zwei wurden zu Tode gequält. Das bisherige Mieter-Paar, ein 46 Jahre alter Mann und seine 47-jährige frühere Ehefrau, sitzen in Untersuchungshaft. Die Hintergründe des Falls ermittelt derzeit eine 40-köpfige Mordkommission.

Mehr als 100.000 Euro erbeutet

Das mutmaßliche Täterpaar hat mehreren Opfern nach Informationen des Spiegel insgesamt mehr als 100.000 Euro abgenommen. Das Geld stamme nach derzeitigen Erkenntnissen der Ermittler nicht nur von Opfern, die in dem Haus des Paares festgehalten wurden, sondern auch von Frauen, die gar nicht dort gewesen seien, berichtete das Nachrichtenmagazin am Freitag vorab aus seiner neuen Ausgabe.

Die Staatsanwaltschaft hatte vor einigen Tagen bereits mitgeteilt, dass Wilfried W. und seine Ex-Frau Angelika ihre Opfer nicht nur misshandelt, sondern auch Frauen zu Zahlungen gedrängt haben sollen. Die Summe war bislang aber nicht bekannt.

Paar aus Höxter soll Opfer zerstückelt und verbrannt haben

Das Haus wird Zentimeter für Zentimeter nach etwaigen Spuren weiterer Opfer durchsucht. Foto: Marcel Kusch
Das Haus wird Zentimeter für Zentimeter nach etwaigen Spuren weiterer Opfer durchsucht. Foto: Marcel Kusch © Marcel Kusch
Es gibt Hinweise auf mehrere weitere misshandelte Frauen, die die Bekanntschaft mit dem Paar überlebt haben. Foto: Marcel Kusch
Es gibt Hinweise auf mehrere weitere misshandelte Frauen, die die Bekanntschaft mit dem Paar überlebt haben. Foto: Marcel Kusch © Marcel Kusch
Die Befragungen der Verdächtigen hätten auch erfahrene Mitglieder der Mordkommission "ziemlich mitgenommen", sagte der Leiter der Mordkommission "Bosseborn", Ralf Östermann. Foto: Friso Gentsch
Die Befragungen der Verdächtigen hätten auch erfahrene Mitglieder der Mordkommission "ziemlich mitgenommen", sagte der Leiter der Mordkommission "Bosseborn", Ralf Östermann. Foto: Friso Gentsch © Friso Gentsch
Die Ermittler zogen einen Psychiater hinzu. Foto: Friso Gentsch
Die Ermittler zogen einen Psychiater hinzu. Foto: Friso Gentsch © Friso Gentsch
Die Spurensicherung kann noch Wochen dauern. Foto: Marcel Kusch
Die Spurensicherung kann noch Wochen dauern. Foto: Marcel Kusch © Marcel Kusch

Im Netz des Folterpaares von Höxter

tz/dpa

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