Diese Nummer sollten Sie im Handy speichern

Das „Heimwegtelefon“ gibt Anruferinnen nachts ein sicheres Gefühl

Eine Frau, die nachts alleine nach Hause geht, fühlt sich oft unbehaglich. Zu telefonieren, würde sie jetzt beruhigen. Schön zu wissen, dass es das „Heimwegtelefon“ gibt. 

Berlin - Selbst in einer Großstadt leeren sich irgendwann die Straßen eines quirligen Viertels. Die nächste Bahn kommt erst in einer Stunde. Eine Frau beschließt, sich allein zu Fuß auf den Heimweg zu machen. Da raschelt etwas im Gebüsch neben ihr. Ist da jemand? Und hört sie Schritte hinter sich? Sie wirft einen nervösen Blick hinter sich. Da ist niemand. Und dennoch fühlt sie sich verfolgt. Jetzt mit jemandem zu telefonieren, würde ihre Angst verschwinden lassen. Die Freundin oder Eltern mitten in der Nacht wachzuklingeln, traut sie sich aber nicht. Es ist darum schön zu wissen, dass es seit ein paar Jahren das „Heimwegtelefon“ gibt. Die zwei Berlinerinnen Frances Berger und Anabell Schuchhardt haben es erfunden (fast 22.000 Facebook-Fans). 

Das Prinzip ist simpel und gut: Eine Frau, die sich auf ihrem einsamen Nachhauseweg fürchtet, wählt auf dem Handy die Nummer des „Heimwegtelefons“. Jemand aus Bergers und Schuchhardts Team fragt die Frau, wo sie sich gerade befindet und wohin sie gehen will - die Frage nach dem aktuellen Ort stellt das „Heimwegtelefon“-Team immer wieder. Das Gespräch dauert solange, bis die Anruferin in ihrer Wohnung steht. Im Gespräch geht es um den Partyflirt, die stressige Spätschicht, die Pläne fürs Wochenende - einfach um alles, was von der Angst ablenkt. 

Den Erfinderinnen geht es darum, „Sicherheit zu schenken“. Sie schreiben auf ihrer Internetseite: „Durch ein nettes Gespräch hat die Anruferin das Gefühl, nicht alleine nach Hause zu gehen. Dadurch fühlt sie sich nicht nur wohler, sondern strahlt auch eine größere Sicherheit aus. Das kann im besten Fall zu einer Vermeidung von Überfällen beitragen, weil man aus der typischen Opferrolle herauskommt.“ Sollte die Frau trotzdem überfallen werden, schaltet das Team des „Heimwegtelefons“ die Polizei ein und gibt den letzten bekannten Standort der Frau durch.

Verbreiten Sie die Nummer des Heimwegtelefons auf Facebook:

Berliner “Heimwegtelefon“ ist für alle Frauen in Deutschland da

Die Berliner Festnetz-Nummer sollten Sie in Ihrem Handy einspeichern: 030-120 74 182. Die Berliner Nummer gilt für jede Anruferin, egal, von wo in Deutschland sie sich gerade meldet. Zu diesen Nachtzeiten hören die ehrenamtlichen Helfer des „Heimwegtelefons“ zu: sonntags bis donnerstags 20 bis 24 Uhr, freitags und samstags 22 bis 4 Uhr. Übrigens dürfen nicht nur Frauen anrufen, auch Männer.

Die Idee des „Heimwegtelefons“ kommt aus Schweden. Die Polizei in Stockholm bietet einen ähnlich funktionierenden Service an. Die zwei Berlinerinnen Berger und Schuchhardt fragten sich damals, wieso es nicht in Deutschland ein solches Angebot gab. „Eine Antwort auf diese Frage haben wir nicht bekommen. Und dann sind wir irgendwann auf die Idee gekommen: Warum nicht aufhören daran zu denken, wie toll so ein Service hier wäre und stattdessen einfach handeln?“

Wer das Team des „Heimwegtelefons“ als Ehrenamtlicher oder Geldspender unterstützen will, meldet sich unter dieser E-Mail-Adresse: helfen@heimwegtelefon.de.

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Rubriklistenbild: © Pixabay/422737

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