Sorge vor Schweinepest

Hamburg und Sachsen erleichtern Jagd auf Wildschweine

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Wildschwein im brandenburgischen Elstal: Die Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinpest nach Deutschland ist angesichts neuer Fälle in Polen und Tschechien weiterhin hoch. Foto: Bernd Settnik/Symbolbild

Die Sorge vor einem möglichen Übergreifen der Afrikanischen Schweinepest ist in Deutschland groß derzeit. Erste Bundesländer reagieren mit erleichterten Jagdbedingungen.

Hamburg (dpa) - Sachsen und Hamburg erleichtern die Jagd auf Wildschweine. Grund sei die Sorge vor einer Verbreitung der derzeit in Polen und Tschechien kursierenden Afrikanischen Schweinepest, sagte eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde in Hamburg.

"Wir haben eine Anordnung zur Aufhebung der Schonzeiten erlassen", sagte die Sprecherin. In Sachsen seien Änderungen im Jagdgesetz geplant und der Staat übernehme die Kosten für die vorgeschriebene Trichinenschau bei den Tieren, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums in Dresden.

Künftig soll demnach in dem Bundesland die verbotene Fangjagd mit Käfigen zugelassen sein und revierübergreifend gejagt werden dürfen. Mit der Reduzierung der Wildschweinzahl könne das Risiko einer Ausbreitung gesenkt werden, sagte der Sprecher. In Sachsen wächst der Bestand, wie die jährlichen Jagdstrecken zeigen: Wurden in der jüngsten Saison knapp 33.300 Wildschweine geschossen, waren es vor zehn Jahren nur knapp 13.270. "Es wird davon ausgegangen, dass die Population jeweils vier Mal so hoch ist."

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hatte in seiner Bewertung zur Verringerung des Risikos einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest empfohlen, die Wildschweinbestände drastisch zu reduzieren. Die Gefahr einer Einschleppung nach Deutschland ist angesichts neuer Fälle in Polen und Tschechien weiter hoch. Der Erreger ist für den Menschen ungefährlich. Bei Schweinen verläuft die Erkrankung aber in fast allen Fällen tödlich. Es gibt keinen Impfstoff gegen die Seuche.

Aus Sicht der Umweltschutzorganisation WWF ist die starke Zunahme beim Schwarzwild und damit auch das erhöhte Risiko für die Viruskrankheit hausgemacht. "Seit der Anbau von Mais und Raps in Deutschland stark zugenommen hat, kommen die Jäger bei den Wildschweinen nicht mehr hinterher", erklärte WWF-Wildtierexperte Moritz Klose. "In den Mais- und Rapswüsten fühlen sich die Schwarzkittel besonders wohl, dort finden sie jede Menge energiereiches Futter und gute Deckung. Obwohl jährlich mehr als eine halbe Million Wildschweine erlegt werden, wächst ihre Zahl daher kontinuierlich."

Verfügung der Behörde

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