In Gelsenkirchen

Gruppen-Vergewaltigung: Gesuchter 18-Jähriger stellt sich der Polizei

Am Donnerstagabend stellte sich ein 18-Jähriger in Essen der Polizei. Nach sexuellen Übergriffen auf minderjährige Schülerinnen in Essen und Gelsenkirchen fahndete die Polizei mit einem Lichtbild nach dem jungen Mann.

Essen - Der Fahndungsdruck war einfach zu groß. Am Donnerstagabend stellte sich der gesuchte Sexualstraftäter, laut Polizei. Er tauchte demnach in Begleitung eines Anwalt in einer Polizeiwache in Gelsenkirchen auf. Nun sitzt der 18-Jährige in Untersuchungshaft. 

Der Verteidiger des 18-Jährigen sagte am Freitag im Fernsehsender NTV, er werden zunächst Einsicht in die Ermittlungsakten nehmen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Die Sachlage müsse demnach zunächst "ganz sorgfältig" geprüft werden. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Der 18-Jähriger soll mit vier weiteren jungen Männern im Alter von 16 bis 23 Jahren zwei Schülerinnen sexuell missbraucht haben. Seit November soll die Gruppe mit insgesamt fünf Männern sich an jungen Frauen vergangen haben. 

Tatverdächtiger stellt sich der Polizei - News vom 16.2.18

Update vom 15. Februar 19.45 Uhr: Nach der Öffentlichkeitsfahndung im Fall der Gruppenvergewaltigungen mehrerer Schülerinnen im Ruhrgebiet hat sich der noch gesuchte 18-Jährige Verdächtige am Donnerstag der Polizei gestellt. Er sei am frühen Abend bei einer Dienststelle in Gelsenkirchen vorstellig geworden, sagte ein Sprecher der zuständigen Essener Polizei der Nachrichtenagentur AFP. Demnach war er in Begleitung eines Anwalts.

Update vom 15. Februar 2018: Noch sucht die Polizei nach dem mutmaßlichen Gruppenvergewaltiger. Der 18-Jährige soll der mit einer Gruppe junger Männer minderjährige Schülerinnen vergewaltigt haben. Die Ermittler gehen von mindestens sechs Fällen in den vergangenen Monaten aus. Auswertungen von Chats hätten das ergeben, sagt Judith Herold Pressesprecherin der Polizei Essen gegenüber unserer Onlineredaktion. 

Laut Bild, soll der 18-Jährige der Lockvogel gewesen sein. Allerdings sei der dringend Tatverdächtige nirgendwo amtlich gemeldet. Das bestätigt auf Nachfrage auch die Polizei Essen.

Die jungen Mädchen wurden, laut Polizei, unter einem Vorwand an entlegene Orte gelockt. Der Kontakt sei über das Internet, aber auch über Bekannte aufgenommen worden. Nach Berichten im Focus gingen die Täter nach einer bestimmten Methode vor:

"Die Täter wollten schon im Vorfeld das Vertrauen der Mädchen gewinnen und sie emotional an sich binden", sagte Ulrich Schmitz vom Kriminalkommissariat in Essen gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus.

So perfide gingen die Täter vor

Die Männer schlugen den Mädchen vor, in eine Shisha-Bar zu gehen oder einfach in der Gegend rum zufahren, berichtet Der Westen. Dann fuhren immer vier Männer mit den Schülerinnen zu einer abgelegenen Stelle im Essener Süden, heißt es. Zuvor nahmen die Männer den Mädchen erst das Handy ab. Dort setzten die Täter die jungen Frauen "massiv unter Druck" und nahmen "sexuelle Handlungen" an ihnen vor.  

„Sie haben die hilflose Lage der Mädchen ausgenutzt und sie dann wieder nach Hause gefahren. In den Chats haben die jungen Männer die Mädchen auch nach der Tat verhöhnt.“, sagt Polizeisprecherin Herold.

Bisher sind den Ermittlern erst drei der Opfer namentlich bekannt. Die jeweils 16-jährigen Mädchen erstatteten selbst Anzeigen. Die Verbrechen ereigneten sich im Dezember 2017 in Essen und Gelsenkirchen. Nach Angaben der Polizeisprecherin haben die Ermittler auch Kenntnis von einer versuchten Vergewaltigung am 16. Januar. Zudem gibt es Hinweise auf drei weitere Taten, eine davon hat sich im November ereignet. In diesen Fällen hat sich bislang kein Opfer gemeldet, so die Polizei. Die Polizei rief deshalb weitere betroffene Mädchen auf, sich zu melden.

Drei Verdächtige im Alter von 19 bis 23 Jahren sitzen laut Polizei bereits in Untersuchungshaft, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die erste Festnahme erfolgte, laut Focus, schon am 17. Januar, einen Tag nach dem jüngsten bekannten Fall. Der jüngste Verdächtige sei bekannt, aufgrund seines Alters liege aber kein Haftbefehl vor. 

Die Polizei spricht von Gruppenvergewaltigung. Der 18-Jährige aus Gelsenkirchen war nach der Festnahme der anderen Verdächtigen offenbar untergetaucht.

So lockten die jungen Männer die Frauen in die Falle

In einer Pressekonferenz berichteten Ermittler des Essener Kriminalkommissariats 12 am Mittwoch (14. Februar) über die brutalen Taten. Mehrere junge Männer hatten jugendliche Mädchen unter einem Vorwand in abgelegene Gegenden gelockt, massiv unter Druck gesetzt und sexuelle Handlungen an ihnen vorgenommen.

Polizei sucht weitere betroffene Mädchen

Nach intensiven Ermittlungen gehen die Fahnder davon aus, dass die Gruppe in wechselnder Tatbeteiligung für weitere Sexualstraftaten verantwortlich ist.

Kontakt über soziale Netzwerke

Etwaige Geschädigte könnten aus dem sozialen Umfeld der 16-23-Jährigen, aber auch in sozialen Netzwerken ausgewählt worden sein. Betroffene Frauen werden dringend gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Polizei sucht den mutmaßlichen Gruppenvergewaltiger

Drei mutmaßliche Täter sitzen bereits in Untersuchungshaft. Nach einem weiteren fahndet die Polizei nun mit einem Lichtbild. Wer kann Angaben zu dessen Aufenthaltsort machen? Hinweise nehmen die Beamten des Kriminalkommissariats 12 unter der Telefonnummer 0201/829-0 entgegen.

dpa/AFP/ml

Rubriklistenbild: © Polizei Essen

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