Mindestens zwei Tote

Großeinsatz gegen bewaffnete Banden in Armenvierteln von Rio de Janeiro

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Fast 5000 Polizisten und Soldaten sind in mehreren Armenvierteln der brasilianischen Metropole gegen bewaffnete Banden vorgegangen. Mindestens zwei Menschen wurden dabei in den Favelas Lins und São João getötet.
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Fast 5000 Polizisten und Soldaten sind in mehreren Armenvierteln der brasilianischen Metropole gegen bewaffnete Banden vorgegangen. Mindestens zwei Menschen wurden dabei in den Favelas Lins und São João getötet.

Genau ein Jahr nach der Eröffnung der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sind fast 5000 Polizisten und Soldaten in mehreren Armenvierteln der brasilianischen Metropole gegen bewaffnete Banden vorgegangen.

Bei dem Einsatz in mehreren Armenvierteln in Rio de Janeiro wurden mindestens zwei Menschen getötet, wie der Chef der Sicherheitsbehörden des Bundesstaates Rio de Janeiro mitteilte. Die mit 40 Haftbefehlen ausgestatteten Einsatzkräfte rückten demnach zu Großeinsätzen in fünf Favelas aus.

Bei Zusammenstößen in den Favelas Lins und São João wurden zwei "Kriminelle" getötet, wie Sicherheitschef Robert Sa sagte. In diesen beiden Armenvierteln zusammen lebt fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung von Rio unter äußerst prekären Bedingungen. "Es war eine Atmosphäre der Spannung und Angst", sagte die 23-jährige Bewohnerin Vanuza Barroso da Silva, die versuchte, trotz des Großeinsatzes zu ihrer Arbeitsstelle in einem Supermarkt zu gelangen.

"Sie behandeln uns, als wären wir Müll", sagte ihr Vater, der 46-jährige Roberto, erzürnt über die Sicherheitskräfte. Jeder, der die Favelas betreten oder verlassen wollte, wurde intensiv durchsucht und befragt. Bei dem Großeinsatz wurden den Behördenangaben zufolge mindestens 18 Menschen festgenommen. Die Beamten beschlagnahmten zudem Fahrzeuge, Waffen und Drogen.

In Rio wurden in den vergangenen Wochen verstärkt Gewalttaten und Lastwagen-Diebstähle verzeichnet. Brasiliens Präsident Michel Temer erließ vergangene Woche ein Dekret, das dem Bundesstaat den Einsatz der Armee im Kampf gegen das organisierte Verbrechen erlaubt. Daraufhin gingen 10.000 Sicherheitskräfte, darunter 8500 Soldaten, in Rio in Stellung. Der Einsatz vom Samstag war Teil dieser Mobilisierung.

Im ersten Vierteljahr 2017 gab es in Rio mit 3457 Morden die höchste Mordrate seit 2009. Rivalisierende Drogenbanden kämpfen gewaltsam um die Kontrolle über die Favelas, dabei kommt es immer wieder zu tödlichen Schießereien. Häufig sind auch Polizisten in die Schusswechsel verwickelt. 93 Polizeibeamte wurden seit Jahresbeginn in Rio getötet.

Vor genau einem Jahr waren in dem nahe der Favela Lins gelegenen Stadion Maracanã die Olympischen Spiele eröffnet worden. Seither ist die Stadt nahezu bankrott.

AFP

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