Unfälle

Griechisches Militär untersucht abgestürzte Antonow

Flugzeugabsturz
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Die Trümmer des abgestürzten Antonow-Frachtflugzeugs.

Das Unglück ist tragisch, doch die Menschen in der betroffenen Region sind auch dankbar - wäre die mit Tonnen Munition beladene Antonow auf bewohntes Gebiet gestürzt, wäre es zu einer Katastrophe gekommen.

Kavala - Beim Absturz eines mit 11,5 Tonnen Munition beladenen Frachtflugzeugs in Griechenland ist die achtköpfige Besatzung der Maschine ums Leben gekommen. Die Antonow An-12 war am Samstag von der serbischen Stadt Nis aus gestartet und auf dem Weg nach Bangladesch.

Über der Nordägäis meldete der Pilot am Abend Probleme mit einem Triebwerk und beantragte eine Notlandung auf dem Flughafen Kavala. Bis dahin schaffte es die Maschine jedoch nicht - sie stürzte rund 30 Kilometer davon entfernt in ein Feld.

Bislang keine giftigen Substanzen gefunden

Im Laufe des Sonntags konnten bereits sieben der acht Toten geborgen werden. Kampfmittelspezialisten fanden bei ihrem Einsatz an der Unglücksstelle keine giftigen Substanzen, wie die griechische Nachrichtenagentur ANA berichtete. Der Zeitung „To Proto Thema“ zufolge soll auch die Blackbox des Fliegers entdeckt worden sein.

Drohnenaufnahmen zeigten ein Bild der Verwüstung - eine gewaltige Schneise zog sich über die Felder, von der Maschine selbst waren nur noch Trümmer übrig. Als kurz nach dem Absturz die Rettungskräfte eintrafen, stellten sie zusätzlich zum Rauch der brennenden Überreste auch beißende Dämpfe fest. Zudem gab es rund um die Unglücksstelle ständig Explosionen. Die Feuerwehr zog sich daraufhin zurück und sperrte das Gebiet ab. Anwohner wurden aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen und die Fenster geschlossen zu halten.

Sondereinheit untersucht Trümmer

Eine 14-köpfige Sondereinheit der griechischen Armee, vergleichbar mit der ABC-Abwehrtruppe der Bundeswehr, begann am Sonntag mit der Untersuchung der Trümmer. Die Experten können atomare, biologische und chemische Kampfstoffe und andere Gefahrstoffe aufspüren. Zuvor hatten Feuerwehrleute und Anwohner über Atemwegsprobleme geklagt.

Feuerwehrleute arbeiten in der Nacht an der Absturzstelle der Frachtmaschine in Nordostgriechenland.

Eine Art Entwarnung gab der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanovic bei einer Pressekonferenz am Sonntagmorgen in Belgrad. Die Maschine habe 11,5 Tonnen Munition für Mörsergranaten an Bord gehabt. Solche Munition werde in Serbien produziert. Das Flugzeug habe alle erforderlichen Genehmigungen für den Transport gehabt. Behauptungen in Medien, dass die Antonow Waffen von Serbien in die Ukraine transportieren sollte, wies der Minister zurück. Das Flugzeug gehöre lediglich einer ukrainischen Fluggesellschaft. Abnehmer der Munition sei jedoch das Verteidigungsministerium von Bangladesch.

Aufruf, die Absturzstelle zu meiden

Anwohner und Landwirte der zwei Dörfer Paleochori und Antifilippi in unmittelbarer Nähe der Absturzstelle wurden im Laufe des Tages dazu aufgerufen, vorerst nicht auf die Felder zu gehen. Es sei unklar, wie weit Trümmer und Munition verteilt seien. Der Bürgermeister der Gemeinde Pangeo, Filippos Anastasiadis, kündigte an, dass man bereit sei, die Dörfer zu evakuieren, sollte es nötig sein.

Flammen lodern an der Absturzstelle des Flugzeugs, einige Kilometer von der Stadt Kavala entfernt.

Für das Unglück gab es zahlreiche Augenzeugen und auch Handyvideos, weil die brennende Maschine schon vor dem Absturz weithin am Nachthimmel sichtbar war. Anwohner zeigten sich Journalisten gegenüber entsetzt, aber auch erleichtert. „Stellen Sie sich nur vor, die Maschine voller Munition wär auf bewohntes Gebiet gestürzt“, sagte ein Mann dem Staatssender ERT. dpa

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