Model-Foto sorgt für Aufruhr

Neue Kampagne im Netz polarisiert: „Gibt einen Unterschied zwischen Plus-Size und extrem fettleibig“

Mit dem Slogan „My Skin, My Way“ wirbt Gillette Venus derzeit für „die Vielfalt schöner Haut“. Dazu postet der Rasiererhersteller Bilder mit unterschiedlichen „Problemzonen“ auf Instagram.

Boston - Egal ob jung oder alt, dick oder dünn, hell- oder dunkelhäutig - viele Menschen rasieren sich im Laufe ihres Lebens. So in etwa könnte man die neue Kampagne von Gillette wohl zusammenfassen, die auf Instagram unter dem Hashtag #MySkinMyWay läuft. 

Dort werden beispielsweise Frauen mit Vitiligo gezeigt, einer Immunkrankheit, bei der der Körper die eigenen Pigmente abstößt und sich deshalb weiße Flecken bilden. Gilette zeigt Frauen mit Narben, Schwangerschaftsstreifen, Cellulite und Sommersprossen. Und eben auch Frauen, die keine 90-60-90-Maße haben, wie man sie von zu vielen Werbeplakaten kennt. Dennoch habe der Rasiererhersteller ihre Message laut den Followern mit einem Model überspitzt. 

„Fettleibigkeit ist ein Gesundheitsrisiko!“

Zu sehen ist das 33-jährige Plus-Size-Model Anna O’Brien, der auf ihrem eigenen Instagram-Account  „Glitter and Lazers“ mehr als 320.000 Menschen folgen.  

„Geh raus und rocke den Tag!“, schreibt Gillette unter das Bikinifoto der Blondine. Eigentlich eine positive Botschaft, doch nicht alle User finden das Selbstbewusstsein und die Körperfülle der jungen Frau gut. „Ich bin ja grundsätzlich dafür, dass sich jeder in seiner eigenen Haut wohlfühlen soll, aber diese Werbung glorifiziert Fettleibigkeit - ein großes Gesundheitsrisiko!“, schreibt eine Frau unter das Foto. Viele finden, solch eine Werbung sei gefährlich: „Warum einen destruktiven Lebensstil fördern, der fast zwangsläufig zum Tod führt? Wollt ihr, dass junge Mädchen sich unwissend in ein frühes Grab bringen?“ spielen viele auf Diabetes und Krebs an. Andere können die Kritik nicht verstehen: „Was für eine gefährliche Message? Die, dass sich auch Frauen über 100 Kilo rasieren?“ 

In Deutschland wirbt Angelina Kirsch für die Kampagne

Auch eine andere Dame nimmt das Plus-Size-Model in Schutz: „Auch dicke Frauen wollen sich rasieren, warum sollen sie nicht in einer Werbung für Rasierer gezeigt werden?“ Von Übergewicht könne man hier nicht mehr sprechen, findet ein Follower: „Es gibt einen Unterschied zwischen Plus-Size und extrem fettleibig.“ 

In Deutschland wirbt die Marke mit Übergrößen-Model Angelina Kirsch (30). Ihre Werbekampagne kam vergleichsweise gut bei den Usern an. Eine Instagram-Nutzerin vergleicht die beiden Bilder aus Deutschland und der USA beleidigend: „Die hat ne ganz normale Figur wtf. Traut euch doch wenigstens wie euer Amerikanischer Counterpart und postet nen Landwal am Strand.“

Besonders Shows wie Germanys Next Topmodel stehen immer wieder in der Kritik, jungen Mädchen ein falsches Körperbild zu präsentieren.

Rubriklistenbild: © Screenshot Instagram

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