Siebenmal so groß wie Berlin

Gigantischer Eisberg bricht am Südpol ab

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Ein gewaltiger Riss im sogenannten Larsen-C-Schelfeis in der Antarktis trennt das Eis zunehmend vom Festland.

Seit Monaten beobachten Forscher den riesigen Riss im antarktischen Schelfeis mit Spannung: Nun ist ein gigantischer Eisberg von mehr als einer Billion Tonnen Gewicht abgebrochen. Es ist einer der größten Eisberge, die je beobachtet wurden.

Bremerhaven - In der Westantarktis hat sich ein gigantischer Eisberg von der knapp siebenfachen Größe Berlins vom Schelfeis gelöst. Das teilte das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung am Mittwoch mit. Der über eine Billion Tonnen(1.000.000.000.000 Tonnen) schwere und 5800 Quadratkilometer große Koloss treibe nun nach Norden und werde wohl zwei, drei Jahre brauchen, bis er geschmolzen sei. Er ist mit 175 Kilometern Länge und einer Breite von bis zu 50 Kilometern einer der größten Eiskolosse, die Forscher in den vergangenen drei Jahrzehnten registriert haben. Eine Gefahr für Menschen geht von ihm nicht aus.

Warum bricht der Eisberg von der Antarktis ab?

Der Koloss war bislang ein Teil vom Larsen-C-Schelfeis. Schelfeis schwimmt auf dem Meer und wird von großen Gletschern gespeist. Es wächst somit immer weiter ins Meer und bricht regelmäßig ab. Das Larsen-C-Schelfeis liegt südlich von Südamerika fast an der Spitze der antarktischen Halbinsel.

Die Ablösung der Eismassen, die als

Folge des Klimawandels

gilt, könnte das Larsen-C-Schelfeis destabilisieren, wodurch ein deutlicher Anstieg des weltweiten Meeresspiegels drohen könnte. Noch schwebt der Eisberg, laut einer Mitteilung von dem Forscher-Projekt MIDAS. Der Eisberg wird demnach A68 genannt werden.

Die Aufnahme vom 1. Juni 2017 zeigt den Riss im Larsen C Schelfeis. 

Ein Satellitenbild zeigt die ganze Länge des Risses des Larsen-C-Schelfeises. Doch schon im November 2016 zeigte sich ein Knick.

Wissenschaftler befürchteten schon damals, dass sich ein Rieseneisberg ablösen könnte. "Der Spalt ist insgesamt wahrscheinlich 160 Kilometer lang und 300 bis 500 Meter tief", sagte damals Martin 0'Leary vom Midas-Projekt der Universität Swansea der Deutschen Presse-Agentur.  

Diese Aufnahme von der Nasa vom 11. November 2016 zeigt wie der Riss in dem Larsen C Schelfeis abgeknickt.

Was ist eigentlich Schelfeis?

Als Schelfeis bezeichnen Experten schwimmende Eismassen, die mit Gletschern und Eisströmen verbunden sind. Das Larsen-Schelfeis ist zwischen 200 und 600 Metern dick, besteht aus vier einzelnen Bereichen, von denen Larsen C das größte ist. Die Schelfeise A und B sind nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts in Bremerhaven, das auch in Polarregionen forscht, bereits vor einigen Jahren zerfallen.

Thermische Infrarotbilder bestätigen, dass der Eisberg abgebrochen ist.

„Obwohl es ein natürliches Geschehen ist und uns keinerlei direkte Verbindung zum Klimawandel bewusst ist, kommt das Eisschild nun in eine gefährdetere Position“, sagte Martin O'Leary von der britischen Swansea University. „Das ist der weiteste Rückzug seit Beginn der Aufzeichnungen“, bestätigt auch er. Unter Wissenschaftlern sei umstritten, ob das Larsen-C-Schelfeis nun wieder wachsen werde oder langfristig zurückgehe und möglicherweise zusammenfalle, sagte sein Kollege Adrian Luckman und fügte hinzu: „Unsere Modelle sagen, dass es weniger stabil sein wird.“ Aber diese Entwicklung werde Jahrzehnte dauern.

AFP/dpa/ml

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