Polizei-PK am Nachmittag

Mordfall Endingen gelöst? Polizei nimmt Verdächtigen fest

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Eine Zeugin hatte den mutmaßlichen Täter am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen. Daraufhin konnte die Polizei ein Phantombild erstellen. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Ein Mord in Endingen, einer in Kufstein - und in beiden Fällen derselbe Täter. Lange hat die Polizei nach dem entscheidenden Hinweis gesucht - und ihn nun wohl gefunden.

Endingen (dpa) - Sieben Monate nach dem Mord an einer Joggerin bei Freiburg hat die Polizei laut Medienberichten einen Verdächtigen gefasst.

Laut "Bild" wurde ein Fernfahrer festgenommen, der die 27-Jährige im vergangenen November in Endingen und außerdem im Januar 2014 eine Studentin im österreichischen Kufstein getötet haben soll. Auch die "Badische Zeitung" berichtete unter Berufung auf das Umfeld der Familie von einer Festnahme. Die Polizei wollte sich am Samstag zunächst weiterhin nicht äußern und verwies auf eine für den Nachmittag geplante Pressekonferenz in Endingen.

Nachdem vor sieben Monaten die Leiche der Joggerin entdeckt worden war, vermuteten die Ermittler schon bald einen Mehrfachtäter. Am Tatort wurden Körperspuren gesichert, die identisch sind mit jenen bei dem ungeklärten Sexualmord im rund 400 Kilometer entfernten Kufstein. In beiden Fällen wurden die Opfer laut Polizei sexuell missbraucht und vermutlich mit einer Eisenstange erschlagen. Beide Taten ereigneten sich an einem Sonntag.

Die Ermittler der Sonderkommission "Erle" hatten im April ein Phantombild eines Mannes veröffentlicht. Die Zeichnung wurde nach der Aussage einer Zeugin erstellt, die den Unbekannten am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen hatte. Dieser Mann soll Anfang November 2016 die 27-Jährige sowie im Januar 2014 in Kufstein die 20 Jahre alte französische Austauschstudentin aus Lyon ermordet haben.

Nach dem Mord in Österreich hatten die dortigen Ermittler bereits mit einem Phantombild nach dem Täter gesucht. Die deutsche Polizei hatte dieses Bild jedoch nicht für ihre öffentliche Fahndung verwendet, weil es schon älter und zu ungenau gewesen sei. Seit dem Mord in Endingen verfolgten die Ermittler mehr als 3300 Hinweise. Eine konkrete Spur zum Täter ergab sich zunächst nicht.

Erst am Donnerstag hatte die Polizei gemeldet, dass sie ihre Sonderkommission in eine kleinere Ermittlungsgruppe umgewandelt hat. Nach zuletzt 20 Beamten arbeiteten jetzt noch zehn Polizisten an dem Fall. "Den Ermittlern ist es in den zurückliegenden Monaten zwar gelungen, einen konkreten Tatzusammenhang zwischen den beiden Tötungsdelikten in Kufstein und Endingen herzustellen - allerdings besteht derzeit kein dringender Tatverdacht gegen eine bestimmte Person", hatte es in der Pressemitteilung vom Donnerstag geheißen. Kurz danach gelang offensichtlich die Festnahme.

Bericht der "Badischen Zeitung"

Bericht der "Bild" (kostenpflichtig)

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