Prozess in Dachau

Geschmacklos? Burger-King-Werbung an KZ-Gedenkstätte verteilt

Darf man Burger-Werbung auf dem Parkplatz einer KZ-Gedenkstätte verteilen? In Dachau wurden Flyer von Burger King verteilt - der Fall landete vor Gericht.

Dachau - In Dachau ist man sich einig: Burger-Werbung auf dem Parkplatz einer KZ-Gedenkstätte, das ist geschmacklos. Wie merkur.de*in München berichtet, hätten Gärtner oder Besucher der Gedenkstätte  „Bestimmt zehn Mal“ morgens am Parkplatz die Gutschein-Flyer von Burger King gefunden, sagt Sandra Zerbin von der Gedenkstätte. Zwei Mal hätten die Parkwächter zudem Mitarbeiter in Burger-King-Uniform des Parkplatzes verwiesen. Bis zu 800 000 Menschen besuchen jedes Jahr die KZ-Gedenkstätte in Dachau. Viel Potenzial für zahlende Restaurantkunden.

Doch Werbung ist auf dem Gelände der Gedenkstätte verboten, nicht einmal Wahlplakate dürfen in der Nähe des Erinnerungsortes aufgehängt werden. „Es ist schlicht nicht vereinbar mit dem Ort“, sagt Gedenkstätten-Leiterin Gabriele Hammermann. 

Die Mitarbeiter der Gedenkstätte versuchten erfolglos, Kontakt zu dem Betreiber der nur wenige Minuten entfernten Filiale aufzunehmen. Also erwirkte die Stiftung Bayerische Gedenkstätten eine einstweilige Verfügung, um die Werbeaktionen zu unterbinden. Dagegen legte der Betreiber Widerspruch ein. Am Mittwoch trafen sich die Anwälte der Streitpartner vor dem Münchner Landgericht.

*merkur.de ist ein Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Rubriklistenbild: © dpa

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