Hinweis geht viral

Frauen, Vorsicht vor weißem Transporter! Das steckt hinter der Facebook-Warnung

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Ein weißer Transporter (Symbolfoto).

Eine private Facebook-Fahndung nach einem weißen Transporter hat in der Region Dessau für Aufregung gesorgt. Die Polizei ging den Hinweisen nach, kritisierte aber den Aufruf. 

Dessau - Für große Aufregung sorgte am Wochenende ein Post auf Facebook. Dabei wurde vor einem weißen Transporter gewarnt, der durch die Stadtteile Mosigkau und Kochstedt fahren würde. In dem Transporter säßen, laut dem Post, südländisch aussehende Männer, die Frauen ansprechen würden, die Mitteldeutsche Zeitung berichtete online darüber. 

„Als Frau bitte unbedingt wachsam sein... sie halten an und es sind mehrere... es ist kein Spaß“, steht in dem Post. Der Beitrag wurde vielfach geteilt, und bei der Polizei gingen mehrere Hinweise ein. 

Halter ausfindig gemacht 

Der Post sorgte für viel Aufregung, die Polizei reagierte. „Wir sehen das immer mit gemischten Gefühlen“, sagt Polizeisprecher Sebastian Opitz, der Mitteldeutschen Zeitung. Da der Post hetzerische Inhalte aufweist und auch das konkrete Autokennzeichen nannte, handelte die Polizei schnell und machte den Transporter ausfindig. „Der Halter ist in Dessau wohnhaft, hat eine Baufirma und beschäftigt Mitarbeiter, die für Aufträge natürlich durch die Region hin und herfahren“, berichtet Opitz. Wie seriös das ist, vermag keiner zu sagen. „Es gibt aber keinerlei Anfangsverdacht für eine Straftat“, sagt er der MZ

Eine Frau berichtete, dass sie am Sonntagnachmittag von den Männern angesprochen worden sei. Sie war gerade mit ihrem Hund unterwegs. Allerdings kam es zu keinem weiteren Gespräch. Nach Rücksprache mit der Frau sagte Polizeisprecher Opitz, es habe weder eine sexuelle Belästigung gegeben, noch wurde ein geschäftliches Angebot unterbreitet. „Am Ende wurde eine Art Victory-Zeichen gezeigt, und der Transporter fuhr weiter.“ 

Fahndungen der Polizei überlassen

Deswegen rät der Polizeisprecher, Zeugenaufrufe und Öffentlichkeitsfahndungen der Polizei zu überlassen. „Es besteht immer die Gefahr, dass sich Dinge verselbstständigen“, sagt er. Denn Meldungen um weiße Transporter und südländische aussehende Männer seien immer sensibel. Viele haben sich als Fake erwiesen. Es gibt aber wohl Fälle, da sind betrügerische Arbeiter unterwegs.

Grundsätzlich sagt Polizeisprecher Opitz: „Nicht in jedem weißen Transporter sitzen Betrüger und Verbrecher.“ Bei privaten „Fahndungen“ bestehe die Gefahr, dass Personen denunziert werden. „Dann kann sich der Hobby-Fahnder am Ende auch selbst strafbar machen.“ 

Ein Fall mit einem weißen Transporter hat sich zuletzt im Juni bei Leipzig ereignet. Dabei wurde ein zwölfjähriges Mädchen verschleppt und konnte später von der Polizei befreit werden. Mitte August wurde die Anklage gegen einen 36-jährigen Deutschen erhoben. 

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