Franzose Mathias Depardon

Nach einem Monat Haft: Reporter darf Türkei verlassen

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Immer wieder wurde, wie hier Ende Mai, für die Freilassung Depardons demonstriert.

Einen Monat lang saß der französische Fotojournalist Mathias Depardon in der Türkei in Haft, obwohl ein Ausweisungsbescheid vorlag. Nun durfte er ausreisen.

Istanbul - Der französische Fotoreporter Mathias Depardon, der seit einem Monat im Süden der Türkei inhaftiert ist, soll noch am Freitag ausgewiesen werden. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, Depardon sei im Flugzeug auf dem Weg nach Istanbul, um noch am Abend nach Frankreich ausgewiesen zu werden.

Am Vortag hatte Depardon erstmals Besuch von seiner Mutter im Abschiebezentrum von Gaziantep erhalten dürfen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte sich am 3. Juni bei seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan für die Freilassung Depardons eingesetzt. Der 37-Jährige, der seit mehreren Jahren als freier Journalist in Istanbul lebt, war am 8. Mai in Hasankeyf festgenommen worden, als er für eine Reportage für das Magazin "National Geographic" arbeitete. 

Saß trotz Ausweisungsbescheid fest

Trotz eines Ausweisungsbescheids saß er seitdem fest. Die Türkei steht international wegen der Einschränkung der Pressefreiheit und der Verfolgung kritischer Journalisten in der Kritik. In den vergangenen Monaten wurden bereits die ausländischen Reporter Olivier Bertrand und Gabriele del Grand ausgewiesen. Zudem befindet sich der deutsch-türkische "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel seit nunmehr fast vier Monaten in Istanbul in Haft. Ende April wurde außerdem die deutsche Journalistin Mesale Tolu festgenommen. 

Die Bundesregierung setzt sich für ihre Freilassung ein. Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf bei einer Pressekonferenz mit seinem deutschen Kollegen Sigmar Gabriel am Montag europäischen Geheimdiensten vor, ihre Agenten als Journalisten in die Türkei zu schicken. Auch in der türkischen Presse stieß dieser Vorwurf auf scharfe Kritik.

uvs/jpf

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