Sensationsfund

Forscher haben eine unbekannte Krebsart in der Nordsee entdeckt

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Der von Biologen neu entdeckte Flohkrebs Epimeria frankei (unten) und seine Schwesterart Epimeria cornigera (oben) liegen nebeneinander.

Deutsche Forscher haben in der Nordsee eine neue Tierart entdeckt und zwar eine neue Flohkrebsart. Der bislang unbekannte Flohkrebs wurde scheinbar übersehen.

Bremerhaven - Deutsche Forscher haben in der Nordsee eine bislang unbekannte Krebsart entdeckt. Es handle sich um einen Flohkrebs der Gattung Epimeria, teilte das Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Mittwoch in Bremerhaven mit. Flohkrebse leben in allen Weltmeeren. In der Nordsee sind sie bis zu drei Zentimeter lang und schillernd rot.

Die Entdeckung einer Tierart in der Nordsee sei ein "seltenes Ereignis", erklärte das Institut. Das Meer gehöre zu den am besten erforschten maritimen Regionen weltweit. Die Entdeckung machten AWI-Experten gemeinsam mit Kollegen der Universitäten in Oldenburg und Potsdam bei Untersuchungen von Krebstieren.

Kleine Unterschiede

Bislang war davon ausgegangen worden, dass es in der Nordsee nur eine Spezies von Flohkrebsen gibt. Den Forschern kamen nach eigenen Angaben aber Zweifel, als sie bei den Tieren kleine Unterschiede bemerkten. So hatten einige der von ihnen untersuchten Exemplare spitzere Beinplatten als andere.

Die Epimeria cornigera ist bekannt. Sie wird bis zu drei Zentimetern groß und fällt durch ihre schillernde tote Farbe auf. 

Nach weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass es sich tatsächlich um zwei Arten handelt, von denen eine noch nicht beschrieben wurde. In der Nordsee leben neben Flohkrebsen der schon bekannten Spezies Epimeria cornigera auch solche der neuen Art, welche die Wissenschaftler Epimeria frankei tauften.

Bei der wissenschaftlichen Beschreibung der neuen Art ging das Team, das seine Ergebnisse nun im Fachblatt "Scientific Report" veröffentlichte, außerdem neue Wege. Erstmals überhaupt erfolgte diese auch durch Darstellung der kompletten mitochondrialen DNA. Bisher wurden in solchen Fällen nur äußere Merkmale beschrieben.

Die Einbeziehung der Erbgutanalyse in die Artbestimmung sei durch den rasanten technischen Fortschritt möglich geworden, berichteten die Forscher. Noch vor wenigen Jahren wäre dies "extrem aufwändig" gewesen. Inzwischen sei es aber einfach. Das biete bei der Erforschung der Biodiversität völlig neue Chancen.

Lesen Sie auch: Vor Kurzem haben Forscher auf der australischen Insel Tasmanien einen Sensationsfund gemacht, der vielleicht eine äußerst bedrohte Tierart retten könnte.

AFP

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