Mehrere Tote

"Gigantisches" Feuer in Treibstofflager bei Kiew

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Stundenlang kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen, auch die Nationalgarde war im Einsatz.

Kiew - Bei einem laut Innenministerium "gigantischen" Großbrand in einem Treibstofflager bei Kiew sind mehrere Menschen ums Leben gekommen.

Ein von einer schweren Explosion entfachtes Großfeuer in einem Treibstofflager bei Kiew hat in der Ukraine einen überregionalen Großalarm ausgelöst und einen Luftwaffenstützpunkt bedroht. Rettungskräfte aus mehreren Regionen kämpften am Dienstag bei Wassylkiw, rund 30 Kilometer südwestlich der ukrainischen Hauptstadt, gegen ein "gigantisches" Feuer, wie Innenminister Arsen Awakow im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb. Mindestens ein Mensch wurde getötet, hunderte weitere in Sicherheit gebracht. Behörden zufolge wurden 14 Menschen verletzt.

Im Internet kursierende Videos von dem Brand vermittelten einen Eindruck von der Wucht der Explosion und der Hitze des Feuers. Mehrere Feuerwehrautos und Rettungswagen standen in Flammen. Ein Feuerwehrmann in silberfarbenem Schutzanzug war zu sehen , wie er sich rennend in Sicherheit zu bringen suchte. "Alle - weg hier. Jeder, der noch hier ist - weggehen", sagte ein Brandbekämpfer in einem der Videos.

Innenminister Awakow sagte dem Fernsehsender Kanal 5, dass sich 30 Feuerwehrleute "im Epizentrum der Explosion" aufgehalten hätten. Die meisten von ihnen seien wohlbehalten herausgekommen. Zu drei von ihnen gebe es bislang keinen Kontakt. "Wir versuchen sie zu finden. Awakowwar ebenso wie Bürgermeister Vitali Klitschko sowie Verteidigungsminister Stepan Poltorak und Ratssekretär Alexander  Turtschinow zum Unglücksort geeilt.

Dem Innenministerium zufolge gerieten neun Tanks mit jeweils 900 Kubikmetern Treibstoff in Brand. In Medienberichten war die Rede von bis zu 16 brennenden Zisternen. Zehn Feuerwehrwagen seien bisher bei dem Einsatz abgebrannt, hieß es.

Laut dem Chef der Rettungskräfte, Mykola Tschetschetkin, wurden Feuerwehr- und Rettungskräfte aus drei Nachbarregionen zusammengezogen. Auch Soldaten der Nationalgarde waren im Einsatz. Die Behörden leiteten die Evakuierung der Umgebung des Depots ein. In einem Radius von rund zwei Kilometern um den Brandort würden die Einwohner in Sicherheit gebracht, teilten die Rettungskräfte mit. Im weiteren Umkreis von zehn Kilometern seien die Menschen zudem angewiesen worden, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten.

Brandursache noch unklar

Sorge bereitete den Einsatzkräften zudem, dass das Feuer auf eine nahegelegene Luftwaffenbasis und auf Treibstofftanks des Tankstellenbetreibers KLO übergreifen könnte. Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass Notfallmaßnahmen ergriffen worden seien, um ein Übergreifen der Flammen auf dort stationierte MiG-29-Kampfjets und Munitionslager zu verhindern. Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Alexander Turtschinow, und Verteidigungsminister Stepan Poltorak eilten an den Katastrophenort. Turtschinow sprach im Fernsehen von einer "ernsten Bedrohung" für den nur 50 Meter entfernten Stützpunkt.

KLO brachte nach eigenen Angaben seine Mitarbeiter in Sicherheit. Minister Awakow sagte, die KLO-Lagertanks seien "unsere zweite Bedrohung". Das brennende Treibstofflager gehört zum Konzern BRSM-Nafta.

Dem nationalen Sicherheitsrat zufolge brach der Brand vermutlich durch einen Verstoß gegen Sicherheitsvorschriften aus. „Auch Sabotage ist nicht ausgeschlossen“, meinte Turtschinow.

AFP/dpa

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