Gefahr für Pflanzen

Experten warnen vor Bakterium Xylella fastidiosa

+
Grafische Muster bilden die Blattadern am 18.10.2016 in Freiburg (Baden-Württemberg) auf einem herbstlich gelb verfärbten Ahornblatt. Das Bakterium Xylella besiedelt die Leitbahnen - das Xylem - der Pflanzen und bildet dabei Schleimschichten aus, so dass sich die Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen können.

Mit Urlaubsmitbringseln wie einem Olivenbäumchen aus Italien oder Kräutern aus Südfrankreich können gefährliche Bakterien eingeschleppt werden. Sie lassen die heimischen Pflanzen vertrocknen.

Rostock - Wer unbedacht Pflanzen aus dem Urlaub in südlichen Ländern mitbringt, kann ein gefährliches Bakterium einschleppen. Davor warnt der Pflanzenschutzdienst im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock. „Das Bakterium Xylella fastidiosa kann mehr als 300 Wirtspflanzenarten befallen, zum Beispiel Kräuter, Oleander, Olivenbäumchen, Ahorn“, sagte der Leiter des Pflanzenschutzdienstes, Joachim Vietinghoff. Die Pflanzen vertrocknen.

„Sind auch nur Einzelpflanzen nachweislich infiziert, müssen im Umkreis von 100 Metern alle bekannten und verdächtigen Wirtspflanzen ausnahmslos vernichtet werden“, erklärte Vietinghoff. Zudem müsse eine Zehn-Kilometer-Pufferzone eingerichtet werden, die amtlich überwacht werde. Das Bakterium sei eine Gefahr für den heimischen Obst-, Zierpflanzen- und Weinanbau.

Den ersten Xylella-Fall in der Europäischen Union gab es 2013 in Italien in Apulien. Später wurden auch Pflanzen in Frankreich und auf Korsika befallen. 2016 gab es dem LALLF zufolge einen Fall in Sachsen. Ein Verdacht bei Lübeck habe sich nicht bestätigt. Das Hauptverbreitungsgebiet des Bakteriums ist Nord- und Südamerika.

Xylella besiedelt die Leitbahnen - das Xylem - der Pflanzen und bildet dabei Schleimschichten aus, so dass sich die Pflanzen nicht mehr ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgen können. Folgen sind das Vertrocknen und Absterben von Pflanzenteilen oder der gesamten Pflanzen. Übertragen wird der Erreger durch saugende Insekten wie Zikaden. Das Bakterium ist nicht mit Pflanzenschutzmitteln zu bekämpfen. Befallene Pflanzen zeigen oft über Monate keine Krankheitsanzeichen, so dass eine Ausbreitung lange unentdeckt bleiben kann, wie Vietinghoff sagte. Außerdem seien die erkennbaren Schäden leicht mit bloßem Vertrocknen zu verwechseln

Wer aus dem Urlaub Pflanzen aus anderen europäischen Ländern mitbringen will, sollte diese nur in zugelassenen Baumschulen kaufen und darauf achten, dass ein Pflanzenpass vorliegt, sagte Vietinghoff.

dpa


Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.


Es gelten die Datenschutzbestimmungen unserer Webseite.

Meistgelesen

Bräutigam feiert Junggesellenabschied - Party nimmt für ihn tödliches Ende

Bräutigam feiert Junggesellenabschied - Party nimmt für ihn tödliches Ende

Angler finden Tigerpython an der Weser

Angler finden Tigerpython an der Weser

Geiselnahme in Paris ist beendet: Täter verhaftet, Opfer in Sicherheit

Geiselnahme in Paris ist beendet: Täter verhaftet, Opfer in Sicherheit

Faustgroße Hagelkörner und viel Regen

Faustgroße Hagelkörner und viel Regen

Fußball-Fans könnten hier und da im Freien nass werden

Fußball-Fans könnten hier und da im Freien nass werden

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Das könnte Sie auch interessieren