Opferzahl steigt auf über 300

Erde bebt wieder in Mexiko - zum dritten Mal

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Aufräumen in Mexiko-Stadt: Die Erde kommt nicht zur Ruhe. Foto: Alejandra Rodríguez

Die Rettungskräfte suchen in Trümmerbergen noch nach Überlebenden des letzten Erdbebens vom 19. September, da wird Mexiko erneut von Erdstößen erschüttert. Das Zentrum liegt dieses Mal im Süden.

Mexiko-Stadt (dpa) - Neuer Schock für die Menschen in Mexiko: Ein Erdbeben der Stärke 6,1 hat wenige Tage nach dem Beben mit über 300 Toten das Land erneut erschüttert. Das Zentrum lag im Süden des Landes im Bundesstaat Oaxaca, teilte das Seismologische Institut mit.

Mehrere Gebäude und eine Brücke stürzten ein. Auch in der Millionenmetropole Mexiko-Stadt wurde Erdbebenalarm ausgelöst. Hier starben zwei ältere Frauen vor Schreck an Herzinfarkten. Die Zahl der Toten durch das andere Beben vom Dienstag stieg auf 307.

Wie der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, mitteilte, starben davon allein in Mexiko-Stadt 169 Menschen, 73 im Bundesstaat Morelos und 45 im Bundesstaat Puebla. Das neue Beben verlief dagegen weitgehend glimpflich ab. Es ereignete sich am Samstag um 7.52 Uhr Ortszeit, viele Bürger wurden im Schlaf überrascht, sie rannten durch den Alarm auch in Mexiko-Stadt zum Teil in Pyjamas auf die Straßen.

Damit gab es nun innerhalb von 16 Tagen drei schwere Erdbeben in dem Land. Durch ein Beben der Stärke 8,1 am 7. September starben rund 100 Menschen - damals lag das Zentrum im Pazifik, es traf vor allem den Süden, der nun erneut besonders von dem Beben am Samstag betroffen war. Das Beben am 7. September war eines der stärksten in Mexikos Geschichte und löste bisher 4340 - meist leichte - Nachbeben aus.

Das Beben der Stärke 7,1 am Dienstag (19. September) traf besonders Mexiko-Stadt mit seinen vielen Hochhäusern - hiernach gab es bisher rund 40 Nachbeben. 69 Menschen konnten in der Hauptstadt nach Angaben von Bürgermeister Miguel Ángel Mancera aus den Trümmern eingestürzter Gebäude gerettet werden; rund 40 Gebäude stürzten ein, hunderte wurden beschädigt. Mexiko liegt in einer der am stärksten gefährdeten Erdbebenregionen, aber eine solche Häufung ist sehr ungewöhnlich.

Die Regierung Perus legte aus Angst vor möglichen Erdbeben und darauf folgenden Tsunamis ein Veto gegen eine im Januar geplante Messe mit Papst Franziskus am Pazifikstrand in der Hauptstadt Lima ein. Es wird nun ein alternativer Veranstaltungsort in Lima gesucht. Peru liegt wie Mexiko an dem "Pazifischen Feuerring", wo es immer wieder zu starken tektonischen Plattenverschiebungen und Erschütterungen kommt.

Durch das Beben am Samstag wurde wie schon beim Beben vom 7. September die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca schwer getroffen, mindestens acht Gebäude stürzten ein. Die meisten waren aber bereits evakuiert, weil sie Schäden vom letzten Beben aufwiesen - eine eingestürzte Brücke in der Stadt Ixtaltepec soll Verkehrsminister Gerardo Ruiz Esparza zufolge schnell wieder aufgebaut werden.

Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto sandte den Menschen im Süden des Landes über Twitter "eine Umarmung an die Bevölkerung, die erneut schwierige Momente erlebt". Die Erdstöße waren in der Hauptstadt nur leicht zu spüren. Das Zentrum des Bebens vom Samstag lag bei Union Hidalgo, 700 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt. Zwar wurden die Bauvorschriften in Mexiko immer wieder verschärft und Erdbeben-Katastrophenpläne verbessert, aber die letzten Tage haben gezeigt: absoluten Schutz gegen die Kraft der Natur gibt es nicht.

Seismologisches Institut zu neuem Beben

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